Oktoberfest in München: Diese 16 Dinge sollte wirklich JEDER über die Wiesn wissen

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Jedes Jahr Ende September herrscht in München eine besondere Atmosphäre. Zur Oktoberfestzeit schwankt die Stimmung des Münchners ständig zwischen Partylaune, verkateter Abscheu gegen Biergeruch und Überdruss ob der Menschenmassen, die die ganze Stadt verstopfen.

Jedes Jahr ist die Wiesn wieder schön, aber wie jedes Jahr wird es auch heuer schön sein, wenn der Wahnsinn wieder vorbei ist.

Als Vorbereitung für alle kurz und weit Gereisten haben drei echte Münchnerinnen der HuffPost-Redaktion die 16 wichtigsten Regeln für den Wiesn-Spaß zusammengetragen.

1. Zu allererst mal: Es heißt “Wiesn” nicht “Wiesen”, “Wies’n”, “Wiese” oder “Wies”. Die Wiesn. SINGULAR. Das ist bayerisch für die Wiese. Sie gehen auf die Wiesn. Und Sie haben Spaß auf DER (!) Wiesn. Begriffen? FEMININUM SIN-GU-LAR.

2. Wenn wir schon dabei sind: Es heißt “Maß”. Gesprochen “Mass”. Scharfes, kurzes “s”. Wie die Masse ohne “e”. Eigentlich einfach, oder? Nicht “Maaaaaaß”, wie der Restdeutsche gerne sagt.

3. Nein, der Münchner per se trägt NICHT das ganze Jahr Dirndl und Lederhosn. Und stellen Sie sich vor: Viele echte Münchner tragen nicht mal auf der Wiesn Tracht. Oha, jetzt schaun’s, ge?

4. Wenn es nur knapp bis über den Arsch reicht, großkariert ist, ein Spitzenunterrock rausschaut und es beim Anfassen an bestimmten Stellen hupt, ist es KEINE Tracht. Dann ist es Fasching. Also, äh, Karneval. Sie wissen schon, das, was sich in München nie durchsetzen wird.

5. Wer am Wochenende realistisch noch einen Platz am Biertisch im Zelt ergattern möchte, muss da sein, wenn die Zelte aufmachen. Und das ist um 9.00 Uhr.

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6. Die Zelte sind nie zu. Also nicht wirklich. Sie sagen das nur. Irgendwo gibt es meistens noch einen Neben- oder Hintereingang, durch den man witschen kann. Unauffälligkeit ist die Devise. Oder Sie müssen besonders nett zu den Security-Jungs sein.

7. Gesellige Gemütlichkeit ist das eigentliche Prinzip der Wiesn - nicht Komasaufen. Im Verlauf eines Tage drei bis vier Maß zu trinken ist vollkommen in Ordnung. Feiern auch. Spaß haben auch. Natürlich. Nicht in Ordnung ist es, auf Teufel komm raus mindestens acht Maß reinzukippen, um anschließend unter oder - noch schlimmer - auf die Bierbank zu kotzen.

8. Das Oktoberfest ist unglaublich teuer. Richtig teuer. Noch teurer als München schon den Rest des Jahres ist. Eine Maß kostet mittlerweile mehr als 10 Euro. Und dazu sind die dann meistens auch nicht besonders gut eingeschenkt. Leider bringt es nicht soo viel, sich darüber aufzuregen. Denn auch Sie haben sicherlich lieber eine nicht ganz volle Maß, als eine, in die die Bedienung reingespuckt hat. Oder?

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9. Niemals wird Ihnen ein völlig überteuertes Hendl so gut schmecken wie auf der Wiesn nach drei Maß. Dies gilt es auch gegen gierige Tischnachbarn zu verteidigen, als wäre es ihr Erstgeborenes. Denn Sie wissen ja: Wenn die Hemmungen fallen, wird der Mensch zum Tier, nicht wahr?

10. Generell sind die Preise für Essen noch viel unverschämter als für das Bier. Frühstücken Sie also lieber gleich drei Brezn mit Obatzda als nur eine, bevor Sie ins Zelt gehen.

11. Ganz wichtig: Egal, wie sehr Ihre Beine vom vielen Laufen und Stehen schmerzen, setzen Sie sich NIEMALS auf die Wiese hinter den Zelten und unterhalb der Bavaria. Die Müncher haben ihre Gründe, warum sie nur vom “Kotzhügel” sprechen.

12. Trinken Sie niemals aus einem Krug, der nicht Ihnen gehört und verlassen rumsteht. Der Pragmatismus und die Faulheit einiger Männer, sich in den Schlangen vor den Toiletten anzustellen, resultieren oft in randvollen Maßkrügen - aber nicht die der guten Sorte.

13. Apropos Toilette. Das geht jetzt vor allem an die Mädels. Die Kloschlangen in den Zelten sind berüchtigt. Spätestens ab vier Uhr nachmittags können schon mal so viele Frauen auf einmal nach den ersten eineinhalb Maß piseln müssen, dass die Schlange durchs halbe Festzelt reicht. Daher die Regel: Nie erst den Weg zum Klo antreten, wenn’s schon dringend ist, sondern IMMER schon a bisserl vorher.

14. Und nochmal vor allem an die Mädels: Vor Fahrgeschäften, bei denen die Beine freischwebend in der Luft baumeln, bietet es sich an, sich des Schuhwerks zu entledigen. Sonst sind die feschen Ballerinas schnell bis zum Riesenrad geflogen oder in den Tiefen der Karussellmaschinerie verschwunden.

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15. Auch wenn alle anderen Zelte schon zuhaben - niemals, wirklich niemals ist das Weinzelt eine Alternative zum Bierzelt. Wein hat auf der Wiesn nix verloren. Basta.

16. Und wohin nach der Wiesn, wenn um 23.00 Uhr die Zelte dicht machen? Hier gilt: Je weiter weg, desto besser. Kommt natürlich drauf an, wie wacker einen die müden, betrunkenen Beine dann noch tragen. Klassiker ist der Löwenbräukeller am Stiglmaierplatz. Aber will man das wirklich? Vom Bierzelt in die Bierhalle? Dann doch lieber eine gscheite After-Wiesn-Party in einem der Münchner Clubs. Aber Achtung: Manche Bars und Diskotheken machen nicht mit beim Wiesn-Wahnsinn. Da herrscht striktes Tracht-Verbot während der zwei Wochen. Vorher also lieber abchecken.

Video: So feiern die Stars auf der Wiesn

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