Selbstbewusstsein stärken: Diese Dinge machen Frauen anders, die sich akzeptieren

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Selbstliebe hat nichts mit Narzissmus tun. Sie ist keine übersteigerte Eitelkeit. Eher sollten wir sie als liebevollen Umgang mit uns selbst verstehen. Und unser Selbstbewusstsein stärken. Gerade Frauen fällt es besonders schwer, sich so zu mögen, wie sie sind.

Selbstliebe – der lange Weg zur inneren Versöhnung

Töchter sehen ihre Mutter vor dem Spiegel seufzen. Die Jeans passt nicht, obwohl Mama ständig nur Salat isst. Jetzt hat sie wieder schlechte Laune. Denn die Frauen in der Werbung passen auch alle in ihre Jeans.

Schon früh werden Mädchen mit ihrem Äußeren konfrontiert. Kein Toben im Schlamm mit dem neuen Kleid. Morgens flechtet Mama Zöpfchen. Die Botschaft: Aufmerksamkeit bekommen wir, wenn wir gut aussehen. In der Pubertät gibt es dann kaum ein anderes Thema mehr.

Nur wenige Frauen lernen, ihren Körper zu akzeptieren und können später über diese Zeit lachen. Den Großteil der Frauen aber wird dieses Thema ihr ganzes Leben nicht mehr loslassen.

Der eigene Körper als Feind

Für die meisten Frauen hört die Selbstliebe beim eigenen Körper auf. Emanzipation, das neue Selbstbewusstsein der Frau - alles wie ausgelöscht, wenn es um das perfekte Äußere geht. Frauen haben heute die Möglichkeit, ihre eigene Identität zu finden. Fernab von vorgegebenen Idealen und Fremdbestimmung. Und trotzdem erstreben wir die Konfektionsgröße einer 12 – Jährigen. Warum?

,,Diesen Druck lasten wir Frauen uns selbst auf“, sagt Persönlichkeitstrainerin und Autorin Julia Sobainsky. ,,Wir Frauen haben ein natürliches Bedürfnis nach Schönheit. Studien belegen zudem, dass gut aussehende Menschen erfolgreicher sein sollen als weniger gut aussehende."

Dabei liege Schönheit doch im Auge des Betrachters, sagt Sobainsky. Gepflegtheit werde zum Beispiel grundsätzlich als sehr positiv wahrgenommen. Schön empfinde man einen Menschen jedoch erst, wenn er ausstrahlt, dass er sich selbst mag.

"Frauen, die sich dem gängigen Schönheitsdruck beugen, vergessen meist: Fünf Kilo weniger machen nicht automatisch attraktiver", sagt Sobainsky. "Der Fokus sollte darauf liegen, sich selbst so zu nehmen, wie man ist und das zu zeigen.“

Die Medien feiern Unterwäsche – Models, als wären sie Rockstars oder Nobelpreisträger. Fotos von Stars erreichen uns nur noch bearbeitet, der Photoshop-Wahn nimmt absurde Ausmaße an. Unterschwellig erreicht uns die Botschaft: Wir alle könnten bei größerer Anstrengung genauso aussehen.

Auf dem Weg zum ersehnten Ziel bekommen wir vorgegeben, was wir noch alles dafür tun müssen. Uns wird eingeprägt, wir seien nicht in Ordnung. Trotz unserer Möglichkeiten, unseres Einflusses und unserer Freiheit sind wir verunsichert, sobald es im Bikini an den Strand geht.

Heute leben wir mit dem Ideal: Wir können die meisten unserer Ziele erreichen, wenn wir uns anstrengen. Bei unserem Körper scheitert das leider oft an der genetischen Ausstattung. Ein Konflikt, der uns frustriert.

Die Beauty-Industrie verdient währenddessen an unserer Unzufriedenheit. Wehe dem, der dem heutigen Ideal nicht entspricht: Er gilt schnell als undiszipliniert und willensschwach. Dabei erfüllen nur sehr wenige Menschen die Anforderungen dieses Ideals.

,,Frauen, liebt euch!“ Das fordert Autorin Paula Lambert, die deshalb ihre Bewegung #paulaliebtdich gestartet hat. Sie sammelt Geld für einen Film. Er soll Frauen dabei helfen, sich endlich selbst anzunehmen. In einem Video spricht sie deutliche Worte: „Es ist bizarr. Wenn ich in Talkshows sitze, voll aufgedonnert, roter Lippenstift, gigantische Kleider, fühle ich mich manchmal trotzdem noch wie ein Clown. Verkleidet, irgendwie nicht richtig. Da sitze ich neben Schauspielerinnen, die vielleicht nur die Hälfte von mir sind und komme mir vor wie der größte Topf Gänseschmalz.“

Worte, die vielen Frauen aus der Seele sprechen. Und in den Ohren eines Mannes unwahrscheinlich brutal klingen. Niemals würden wir deshalb so über unsere beste Freundin reden. Über uns selbst schon. Allen anderen versichern wir ständig, sie seien okay. Währenddessen verharren wir im destruktiven Verhältnis zu uns selbst. Entwickeln Depressionen. Essstörungen. Oder sind einfach nur furchtbar unzufrieden. Alles Ergebnisse dieser mentalen Selbst-Zerstückelung.

Nach Jahren der Selbstablehnung braucht es viel Übung, nett zu sich selbst zu sein. Die Loslösung von ungesunden Idealen setzt eine gewisse Reife voraus. Und Mut. Den Mut, zu allen verschiedenen Facetten unserer Persönlichkeit zu stehen. Der Weg zur Ausbildung der eigenen Identität ist dann endlich frei. Und die Liebe zu uns selbst kann beginnen.

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