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Alnatura-Chef Rehn: "Die Preise für Lebensmittel sind eine Lüge"

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Alnatura-Chef Götz Rehn kritisiert die Preispolitik in der Lebensmittel-Industrie | Getty
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Der Chef und Gründer der Bio-Supermarktkette Alnatura ärgert sich. Nicht über das Geschäft, das läuft gut. Nein, Götz Rehn ärgert sich über Lebensmittelpreise. Die sind seiner Meinung nach sehr trügerisch.

Erst, wenn Agrarsubventionen wegfallen würden, würden die Verbraucher echte Preise haben. „Denn die Preise, die wir heute haben, lügen“, sagt Rehn im „Handelsblatt“-Interview.

Man müsste, fordert Rehn, „die Umweltbelastungen, die durch die agrarindustrielle Nutzung entstehen, also die externen Kosten, internalisieren und auf die Preise umschlagen“.

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Und Rehn macht auch sofort deutlich, was er damit konkret meint: In den Preisen müssten die Kosten für die Belastungen des Grundwassers, C02-Belastungen der Atmosphäre, Gesundheitsschäden durch Antibiotika-Resistenzen und Bienensterben einkalkuliert werden.

"Da muss man keine großen Rechnungen machen"

Wenn dieser Mechanismus greifen würde, wären Bio-Produkte viel günstiger.

„So günstig, dass sich die Menschen wundern würden“, sagt Alnatura-Boss Rehn. Selbst ein Bio-Ei sei dann günstiger als ein Ei einer Legebatterie-Henne.

Dass eine Kalkulation für externe Kosten schwierig sei, gibt Rehn zu. Aber es deshalb gleich ganz sein zu lassen, lässt Rehn nicht gelten. „Da muss man auch keine großen Rechnungen machen. Sondern einfach sukzessive umstellen und die Politik dazu ermuntern, den ökologischen Landbau weiter zu fördern.“

Die Alnatura Produktions- und Handels GmbH erzielte im Geschäftsjahr 2012/2013 (30. September) einen Rekordumsatz von 593 Millionen Euro. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt rund 2200 Mitarbeiter.

Rehn rechnet im Geschäftsjahr 2013/2014 erneut mit 10 Prozent Wachstum. „Aktuell sieht es so aus, als ob wir eine recht gute Prognose gewagt haben“, so Rehn im „Handelsblatt“.

Alnatura hat nach eigenen Angaben 88 Filialen in 41 Städten. Eine weitere Expansion ist geplant, jedoch sei es eine große Herausforderung, gute Standorte für Ladenflächen zu finden, sagt Rehn.


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