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CDU-Abgeordneter zieht irren Vergleich zwischen Homosexuellen und Vögeln

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MARIAN WENDT
Marian Wendt
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Ein junger CDU-Politiker aus Sachsen hat derzeit mit viel Gegenwind im Netz zu kämpfen. Marian Wendt ist 29 Jahre, direkt gewählter Bundestagsabgeordneter aus dem Kreis Nordsachsen und bisher vor allem durch seine Arbeit im Innenausschuss aufgefallen. Außerdem hat er ein – man könnte sagen – schwer konservatives Familienbild.

Am Mittwoch wurde Wendt von der Tageszeitung „Die Welt“ portraitiert. Neben den Informationen, dass er eine Deutschlandfahne am Revers und Manschettenknöpfe mit seinen Initialen trägt, erfährt man über den sächsischen Christdemokraten, dass er seine Position zur Homoehe gern mit einer kleinen Fabel beschreibt: "Der Fisch kann nicht fliegen, der Vogel nicht schwimmen. Und auch wenn der Fisch es will, er wird niemals fliegen können."

Will heißen: Männer und Frauen können Kinder zeugen. Schwule und Lesben nicht, so sehr sie sich auch anstrengen mögen.

Abgesehen vom rein Faktischen (Pinguine! Fliegende Fische! Reproduktionsmedizin!) wurde das Zitat im Netz auch so verstanden, wie es wohl von Wendt gemeint war: Als biologistisch verbrämtes Vorurteil gegen Homosexuelle, das dazu herhalten soll, Schwule und Lesben gesetzlich zu benachteiligen.

Bei Twitter erntet Marian Wendt gerade Hohn und Spott.

Auch der offen homosexuell lebende SPD-Politiker Johannes Kahrs kritisierte seinen Koalitionskollegen Wendt.

Der Autor des Welt-Textes, Frédéric Schwilden, nahm Wendt in Schutz.

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