POLITIK
17/08/2014 08:05 CEST | Aktualisiert 18/08/2014 08:34 CEST

Niedrige Geburtenrate: Warum Paare mit Kinderwunsch trotzdem kein Baby bekommen

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Niedrige Geburtenrate: Warum Paare mit Kinderwunsch trotzdem kein Baby bekommen

Immer weniger Paare entscheiden sich in Deutschland für ein Kind. Liegt das wirklich nur daran, dass die Menschen egoistischer werden? Dass sie keine Lust mehr haben, ihr Leben nach den Bedürfnissen eines Babys zu richten?

Einen ganz anderen Grund für die sinkende Geburtenzahl sieht Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD): die steigende Zahl an zeitlich befristeten Arbeitsverträgen. „Befristete Jobs wirken wie die Anti-Baby-Pille“, sagte die SPD-Politikerin dem Nachrichtenmagazin FOCUS. „Wir müssen es ernst nehmen, dass auch Paare mit Kinderwunsch in Deutschland zunehmend keinen Nachwuchs bekommen.“

Niedrige Geburtenrate: Massive Unsicherheit in der Arbeitswelt

Viele von ihnen erlebten massive Unsicherheit in der Arbeitswelt. Mehr als jeder zweite neu abgeschlossene Arbeitsvertrag sei befristet. „Da fehlt vielen die Planungssicherheit“, so Schwesig. „Es ist bitter, wenn Paare, die Kinder wollen, erst einmal keine Perspektive sehen.“

Und es stimmt ja auch: Wenn ein Paar nicht weiß, was in einem Jahr sein wird, oder in zwei Jahren, scheint das Risiko einfach zu groß. Arbeitslos mit Baby? Das ist gleich doppelt schlimm. Und wer stellt schon eine Frau mit Kind ein?

In Deutschland liegt die Geburtenrate bei 1,4 Kindern pro Frau. Seit 1990 ist sie um 25 Prozent gesunken. Die Bundesregierung versucht mit allen Mitteln, den Trend umzukehren. Doch Elterngeld und Kita-Ausbau haben die Frauen in Deutschland immer noch nicht dazu gebracht, mehr Kinder zu bekommen.

Immer öfter entscheiden sie sich sogar komplett gegen Kinder. 22 Prozent der Frauen zwischen 40 und 44 waren 2012 kinderlos. Zwei Prozent mehr als 2008.

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