Huffpost Germany

Marihuana-Legalisierung: Cannabis-Verband will freies Kiffen in Bayern

Veröffentlicht: Aktualisiert:
462178745
thinkstock
Drucken

Der Cannabis-Hype hat Deutschland längst erreicht. Immer häufiger werden Stimmen laut, die die Legalisierung der Droge fordern. Vor allem die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Köln, den Eigenanbau von Cannabis in Ausnahmefällen zu genehmigen, macht Befürwortern Hoffnung.

Nun hat der Cannabis-Verband Bayern einen entscheidenden Vorstoß zur Legalisierung von Marihuana im Freistaat gemacht. Er hat einen Gesetzesvorschlag für das “Bayerische Hanfgesetz (BayHanfG)” entwickelt und will ein Volksbegehren auf den Weg bringen. Das berichtet der Bayerische Rundfunk.

Wie es sich für das katholische Bayern gehört, findet auch Gott Erwähnung in der Präambel des Gesetzesvorschlags:

Da die rechtliche Einordung von Hanf (Cannabis) in der Gesetzgebung der Bundesrepublik Deutschland einen effektiven Einsatz von Hanf-Cannabinoiden zu medizinischen Zwecken verhindert und zudem ansonsten gesetzestreue Bürger unnötig kriminalisiert, gibt sich das Bayerische Volk, in Verantwortung vor Gott, der die Hanfpflanze geschaffen hat, folgendes Gesetz.

Der Cannabis-Verband Bayern will erreichen, dass Marihuana nicht länger unter das Betäubungsmittelgesetz fällt und somit nicht mehr auf einer Stufe mit Drogen wie Heroin oder Crystal Meth geführt wird. Im Gegenteil:

Jeder Einwohner des Freistaates Bayern hat ein Anrecht auf angemessene Versorgung mit Cannabinoid-Medizin aus natürlichen, nicht gentechnisch veränderten Hanfblüten.

Und:

Jeder volljährige Bürger hat das Recht, bis zu vier Hanfpflanzen auf geschütztem Privatgrund anzubauen.

Der Gesetzentwurf sieht außerdem vor, das Verbot, Cannabis in der Öffentlichkeit oder im Beisein Jugendlicher zu konsumieren, beizubehalten:

Zuwiderhandlungen werden als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße von EUR 200,- geahndet. Falls Minderjährige beim ordnungswidrigen Konsum anwesend waren, verdoppelt sich die Geldbuße.

Zudem sollen Raucherclubs entstehen, in denen Cannabis von Erwachsenen legal konsumiert werden darf. "Wir wollen es nicht in der Öffentlichkeit haben. Im privaten Haushalt soll das sein und in speziell gekennzeichneten Raucherclubs", zitiert der Bayerische Rundfunk Wenzel Vaclav Cerveny vom Cannabis-Verband.

Anbau, Verkauf und Besteuerung von Cannabis-Produkten sollen durch eine Landesbehörde koordiniert und kontrolliert werden.

Viele Hürden auf dem Weg zur Legalisierung

Doch bis zur Legalisierung ist es noch ein weiter Weg. Denn allein für das Volksbegehren muss der Cannabis-Verband in Bayern 25.000 Unterschriften sammeln. Erst dann kann es offiziell beim Bayerischen Staatsministerium des Inneren eingereicht werden.

Beim Volksbegehren selbst müssen dann mindestens zehn Prozent der Wahlberechtigten in Bayern erklären, dass es eine Abstimmung geben soll.

Lesen Sie auch: Was passieren muss, damit Kiffen in Bayern legal wird
Und: Viel mehr als einen Joint – was man aus Cannabis alles machen kann

Als nächstes muss der Landtag über Zulassung, Ablehnung oder Gegenentwurf zu dem potentiellen Gesetz entscheiden. Erst dann kommt es zum Volksentscheid. Damit das Gesetz tatsächlich in Kraft treten kann, müssen 25 Prozent der bayerischen Wähler zustimmen.

"Alles hängt von dir ab!", schreiben die Initiatoren. In Bayern hängt ein solcher Vorstoß aber wohl eher vom Herrgott ab.

Wer mitmachen will, kann ein entsprechendes Formular auf der Seite des Cannabis-Verbands herunterladen.

Video:Miley Cyrus findet: Googlen ist schlimmer als Kiffen



Auch auf HuffingtonPost.de: Wissenswertes über Cannabis

So berichten andere

Marihuana: Cannabis-Verkauf ist in Colorado legal | ZEIT ONLINE

Marihuana - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten

Marihuana in USA: Immer mehr Bundesstaaten legalisieren Cannabis

Cannabis womöglich legal: Berlin experimentiert mit Drogen ...

Klage gegen Cannabis-Behördenverbot: Kiffen gegen den Schmerz ...

Legalisierung von Marihuana - Colorado erlaubt Kiffen - Panorama ...

Politiker fordern: "Legalize it!" Warum die Legalisierung von ...