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Margot Käßmann fordert Abschaffung der Bundeswehr

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KAESMANN BUNDESWEHR
Margot Käßmann hat die Abschaffung der Bundeswehr gefordert | dpa
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Margot Käßmann hat eigentlich kein wirklich wichtiges Amt in Deutschland. Die ehemalige Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche ist Beauftragte für das Reformationsjubiläum - was wahrscheinlich die wenigsten wissen.

Aber was Käßmann sagt, zählt für viele Deutsche immer noch. Bei Kirchentagen wird sie bejubelt, sie wird in Talkshows eingeladen. Ihre Stimme wird gehört. Und von vielen geschätzt.

Jetzt hat sich Käßmann im "Spiegel"-Gespräch für die Abschaffung der Bundeswehr ausgesprochen. "Ich fände es gut, wenn die Bundesrepublik auf eine Armee verzichten könnte wie etwa Costa Rica", sagte Käßmann.

Im Moment, das gibt Käßmann selbst zu, sei ihre Position noch eine Utopie - auch wegen der Einbindung Deutschland in der Nato.

Sie registriere allerdings mit Genugtuung, dass die Deutschen bewaffneten Einsätzen enorm skeptisch gegenüberstünden, sagte sie im Gespräch mit dem "Spiegel". "Ich fände es gut, wenn wir als Konsequenz aus den Schrecken des 20. Jahrhunderts sagen: Wir beteiligen uns nicht an Kriegseinsätzen."

Käßmann bekräftigte auch ihre Kritik an Bundespräsident Joachim Gauck. "Der Bundespräsident redet vom Krieg als letztes Mittel, ich rede über den Weg zum Frieden", so Käßmann. "Wir Protestanten können wunderbar streiten über unterschiedliche Positionen."

Auch in die Rüstungspolitik Deutschland mischte sich Käßmann ein. Sie forderte im "Spiegel"-Interview einen Verzicht auf Waffenlieferungen - sowohl an Nato-Staaten oder befreundete Länder wie Israel.

"Meine ganz persönliche Meinung ist, dass ein Land mit der Vergangenheit wie Deutschland sich nicht dadurch hervortun muss, 'schöne' und technisch ausgefeilte Waffen in die ganze Welt zu liefern", sagte Käßmann. "Es steht Deutschland gut an zu sagen: Wir exportieren Frieden und nicht Rüstung."

Margot Käßmann ist Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsjubiläum 2017. Die Theologin (56) war 1999 bis 2010 Bischöfin der Landeskirche Hannover und Ratsvorsitzende der EKD. Sie trat nach einer Alkoholfahrt von ihrem Amt zurück.


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