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10 Krankheiten, bei deren Behandlung Cannabis helfen kann

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CANNABIS
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Cannabis ist in Deutschland nicht legal, auch nicht zum Einsatz bei schwerkranken Patienten. Nur wenige Menschen dürfen auf eine Ausnahmeregelung hoffen.

Dabei kann Cannabis erwiesenermaßen mindestens die Symptome einer Vielzahl von Krankheiten lindern. In Ländern wie den USA und Holland, wo die Droge zu medizinischen Zwecken eingesetzt werden darf, nutzen Ärzte es bereits vielfach.

Ganz nebenbei verursachen die Hauptwirkstoffe THC (Delta-9-Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol) keine Nebenwirkungen - im Gegensatz zu vielen legalen Medikamenten.


Hier sind 10 Krankheiten, bei denen die Droge helfen kann:

1. Krebs

Viele Krebspatienten leiden nach einer Chemotherapie unter Gewichtsverlust und mangelndem Appetit. Cannabis macht nicht nur Lust auf Essen - oral eingenommen kann es sogar Übelkeit mindern.

Abgesehen von einer Linderung der Symptome wird der Cannabis-Wirkstoff CBD auch zur Behandlung von Hirntumoren und Brustkrebs eingesetzt.

Eine Untersuchung der Nationalen Gesundheitsinstitute der USA kam zu dem Ergebnis, dass der Wirkstoff großes Behandlungspotential besitze, indem es “oxitativen Stress, Entzündungen, Zelltod und Fibrosen dämpft”.

2. Aids

Auch Aids-Patienten leiden häufig unter starker Abmagerung. Sie könnten aber nicht nur von der appetitanregenden Wirkung der Pflanze profitieren. Cannabis kann außerdem helfen, die Stimmung der Patienten aufzuhellen.

Einige Forscher gehen sogar davon aus, dass das THC den Erreger der Immunschwäche direkt angreift.

3. Multiple Sklerose

THC kann nicht nur die Schmerzen von MS-Patienten lindern, es wirkt auch krampflösend und erhöht dadurch die Bewegungsfreiheit.

4. Tourette-Syndrom

Prof. Kirsten Müller-Vahl von der Medizinischen Hochschule Hannover hat es geschafft, einen Patienten mit Tourette-Syndrom mithilfe von Cannabis-Wirkstoffen auszutherapieren.

Weil die Anfälle des Jungen so stark waren, dass er nicht mehr zur Schule gehen konnte und kein anderes Medikament anzuschlagen schien, setzte Müller-Vahl schließlich Dronabinol ein. Das ist ein halbsynthetischer THC-Wirkstoff, der "oft besser vertragen wird als klassische Neuroleptika".

5. Grüner Star

Glaukom, besser bekannt als Grüner Star, kann ebenfalls mit Cannabis behandelt werden. Der schmerzhafte Augeninnendruck wird durch den Wirkstoff gemindert.

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6. Allergien

Der Körper stellt cannabisähnliche Botenstoffe – sogenannte Endocannabinoide – selbst her, das ist seit Jahrzehnten bekannt. Sie spielen unter anderem eine wichtige Rolle bei Entzündungsvorgängen im Körper.

Vor einigen Jahren haben Wissenschaftler an der Universität Bonn herausgefunden, dass Cannabis bei allergischen Hautreaktionen helfen kann. Kontaktallergien können beispielsweise mit Hanf-Salben gut behandelt werden.

Sogar Patienten mit allergischem Asthma haben über gelinderte Symptome durch Cannabis berichtet.

7. Depressionen

Dank seiner stimmungsaufhellenden Wirkung kann Cannabis Menschen, die unter Depressionen leiden, helfen. 2005 konnte ein kanadischer Wissenschaftler sogar nachweisen, dass ein Wirkstoff im Cannabis wie ein Antidepressivum wirkt.

Der Forscher kam zu dem Schluss, dass die gute Stimmung nach dem Konsum der Droge daher rührt, dass der Wirkstoff im Gehirn neue Zellen wachsen lässt - im Gegensatz zu anderen Drogen.

Alkohol, Nikotin oder Kokain hemmen hingegen das Zellwachstum im Hippokampus, dem Areal im Gehirn, das nicht nur für Lernen und Gedächtnis, sondern auch für Ängste und Depressionen zuständig ist.

8. ADHS

Die Aufmerksamkeitsdefizits-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) kann ebenfalls erfolgreich mit Cannabis-Wirkstoffen behandelt werden. Die Konzentration wird verbessert, Impulskontrollstörungen werden reduziert. Und das ohne schädliche Nebenwirkungen.

9. Arthritis und Rheuma

THC und CBD wirken nicht nur entzündungshemmend - sie schützen auch das Nervensystem. Viele Rheuma und Arthritis-Patienten lindern ihre Schmerzen mit medizinischem Marihuana.

10. Morbus Crohn

Die chronische Darmerkrankung Morbus Crohn wird in den USA bereits mit Cannabis-Präparaten behandelt.

In Deutschland wird die Wirksamkeit der Pflanze auf chronische Darmerkrankungen bereits seit Jahren untersucht. Tierversuche haben schon 2005 gezeigt, dass Cannabis eine hilfreiche Option bei der Behandlung von Entzündungen darstellt.

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