Antisemitismus: Unbekannte kündigten Anschlag auf Alte Synagoge in Essen auf Facebook an

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ESSEN
Die Alte Synagoge in Essen | dpa
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Im Nahen Osten fliegen die Raketen zwischen der radikalen Hamas im Gazastreifen und Israel. Und in Deutschland demonstrieren Menschen, eigentlich um Frieden zu fordern. Doch immer häufiger wurden die Demonstrationen in den vergangenen Tagen missbraucht, um antisemitische Parolen zu skandieren.

In Essen im Ruhrgebiet spitzt sich die Lage gefährlich zu: Am Freitag vergangener Woche wurden bereits vor den Demos 15 Personen vorübergehend festgenommen, die die Polizei unter Verdacht hat, eine „schwere Straftat gegen die Alte Synagoge“ geplant zu haben. Was genau, kommuniziert die Polizei nicht. Hausdurchsuchungen brachten offenbar keine Ergebnisse.

Die Alte Synagoge wird nicht mehr zum Gebet genutzt, sondern ist ein Kulturinstitut, ein Baukunstwerk, das zu den größten und architektonisch wichtigsten Synagogen Europas zählt.

Als Veranstaltung auf Facebook angekündigt

Am gestrigen Donnerstag dann tauchte unter den Veranstaltungshinweisen auf Facebook ein Termin für diesen Freitag um 3 Uhr nachts auf. Titel: „Angriff auf die Alte Synagoge in Essen.“

Unbekannte kündigten an, mit Molotow-Cocktails, Benzin, Waffen und Steinen die Synagoge zu zerstören. Begründet wurde die Drohung damit, dass Juden „unsere Geschwister“ töten und ihnen das Land wegnehmen würden. Man lasse sich durch Festnahmen und dergleichen nicht abschrecken.

Drohung durch die offene Fensterscheibe

Die Alte Synagoge wurde daraufhin noch schwerer bewacht als zuvor ohnehin schon. Um 1.10 Uhr fuhr dann ein Auto mit vier Personen vor, sagte ein Polzeisprecher der Huffington Post. Die Personen hätten Migrationshintergrund gehabt. Sie drohten aus dem Auto heraus: „Wir sehen uns später!“

Die Vier wurden festgenommen, sind inzwischen aber wieder frei.

„Ich will nicht unbedingt sagen, dass die Polizei einen Anschlag verhindert hat“, sagte der Polizeisprecher. Noch würde ermittelt. Es könnte sich auch um eine Art „Test“ gehandelt haben, womöglich aus der libanesischen Community, um herauszufinden, wie sich die Polizei verhalte. Schließlich sei es nicht unbedingt logisch, einen Anschlag öffentlich anzukündigen.

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