Acai, Chia und Weizengras: Sind die Superfoods den Hype wert?

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Sei es über Ihren Facebook-Feed, im Saftladen um die Ecke oder in Gesundheitszeitschriften - die Chancen sind ziemlich hoch, dass Sie schon einmal etwas über Acai, Spirulina oder Weizengrass gehört haben.

Aber haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, ob es diese sogenannten Trend Foods wert sind, so viel Geld für sie auszugeben?

Keri Gans, Autorin von "The Small Change Diet", erzählt was Acai, Chia und Co. sind, warum wir sie essen sollten und ob sie überhaupt zu Recht so bekannt geworden sind.

1. Acai Beeren

Sie sind schwer auszusprechen, also müssen sie ja gut für uns sein, oder? Eine wachsende Zahl von Herstellern verarbeitet Acai Beeren jedenfalls jetzt schon in Jogurts oder Smoothies.

Bekannt wurden die Beeren durch ihren hohen Anteil an Antioxidantien. Für Beeren ist das aber nichts außergewöhnliches: "Blaubeeren und Himbeeren haben ebenfalls einen hohen Anteil dieser Stoffe, die Gifte im Körper abbauen" sagt Gans.

Natürlich kann man die neuen Beeren ausprobieren, aber meist enthalten herkömmliche Beeren dieselbe Menge dieser gesunden Stoffe. Gleichzeitig dürften sie um einiges billiger sein.

(Acai Beeren wird zudem oft nachgesagt, sie würden die beim Abnehmen helfen. Wissenschaftlich wurde das aber noch nicht belegt.

2. Weizengras

Wer öfter in Saft - oder Smootiebars geht, dürfte die Option kennen, Weizengrass in seinen Shake hinzuzufügen.

Weizengrass ist oft in einer Kapsel in flüssiger Form erhältlich und man muss sagen: Obwohl es wichtige Nährstoffe wie Eisen, Calcium, Vitamin A, C und E enthält, hat es nicht wirklich mehr zu bieten, als jedes andere Gemüse auch, sagt Gans.

"Es wird Ihnen sicher nicht schaden einen Weizengras-Shot zu trinken, aber Sie könnten genauso eine handvoll Spinat oder Kohl in ihren Smoothie tun, so Gans.

3. Chia Samen

Chia Samen sind winzige, essbare Samen die viele Vorteile mit sich bringen. Ein Esslöffel hat 5 Gramm Ballaststoffe und 3 Gramm Eiweiß zu bieten.

Zudem sind Chia Samen beinahe geschmacklos, was es einfach macht, sie in Salate, in Smoothies oder in Haferbrei zu mischen, sagt Gans. Zudem halten Chia Samen, aufgrund ihrer hohen Anzahl an Ballaststoffen, lange satt.

4. Quinoa

Quinoa ist eine uralte Getreidesorte. Den Namen haben Sie in den letzten Jahren vermutlich öfter gehört - aber ist Quinoa wirklich so gesund?

Gans sagt, dass Quinoa eine "großartige Ergänzung für eine abwechslungsreiche Ernährung" ist. Es ist ein "Vollprotein", also enthält es alle neun wichtigen Aminosäuren, Ballaststoffe und Eisen.

5. Spirulina

Spirulina ist eine dunkelgrüne Algenart, die üblicherweise in pulverisierter Form verkauft wird und einen sehr hohen Proteinanteil aufweist.

Dies macht die Alge zu einer guten Alternative für Veganer, um Eiweiß zu sich zu nehmen, sagt Gans.

Etwa 28 Gramm Spirulina beinhalten 15 Gramm Eiweiß, so viel wie zwei große Eier. Zudem besitzt die Alge das Antioxidant "Beta Karotin" und Eisen.

Nicht-Veganer können diese Nährstoffe allerdings auch günstiger zu sich nehmen. "Wenn Sie sich ohnehin schon ausgewogen ernähren, ist es dann überhaupt noch notwendig in das nächste Reformhaus zu laufen und sich die Algen zu kaufen? Das denke ich eigentlich nicht" sagt Gans.

Milch oder Yoghurt würden denselben Zweck erfüllen.

6. Nährhefe

Nährhefe hat meist einen hohen Anteil an Vitamin B12. Das ist für Veganer relevant, da sie keine tierischen Produkte zu sich nehmen. Alle anderen brauchen die Närhefe nicht wirklich.

Also genauso wie bei Spirulina, brauchen Nicht-Veganer die extra Portion B12 durch Nährhefe nicht unbedingt. Für sie gebe es viele andere Quellen, sagt Gans.

Trotzdem schmeckt Nährhefe wie Käse. Um die eigene Küche etwas aufzupeppen könnte man es also auf herkömmliche Speisen verstreuen.

7. Weizenkeim

Der Weizenkeim ist die innerste Schicht von Weizen. Er ist reich an Proteinen und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Geschmacklich passt er gut in Salat oder Haferbei. Manche Hobbyköche panieren damit auch ihr Fleisch.

8. Tempeh

Tempeh ist ähnlich wie Tofu, weil beide aus Sojabohnen hergestellt werden. Im Gegensatz zu Tofu wird Tempeh aber aus gegorenen und gekochten Sojabohnen gewonnen.

Normalerweise wird es abgepackt verkauft, wahlweise mit verschiedenen Gewürzen und ist reich an Proteinen. Knapp 100 Gramm beinhalten so viel Proteine wie ein Huhn.

Deshalb ist laut Gans Tempeh ein guter Ersatz für Menschen, die für eine kurze Zeit auf Fleisch verzichten wollen.

9. Leinsamen

Auch Leinsamen können dazu verwendet werden, wichtige Fette und Proteine in Backwaren oder Smoothies beizumischen.

Sie sind reich an Proteinen, aber enthalten zudem Omega-3 Fettsäuren. Wie Chia, haben sie so gut wie keinen Eigengeschmack.

10. Seitan

Seitan, auch Weizenfleisch genannt, wird aus Weizengluten hergestellt. Das ist das Hauptprotein im Weizen und wird auch als Fleischersatz in Speisen verwendet.

Aber anders als bei Tofu oder Tempeh, die denselben Zweck erfüllen, ähnelt Seitan sowohl im Geschmack, als auch in der Form dem Fleisch am ehesten.

Dennoch gilt: Wer das Seitan im Supermarkt kauft, sollte auf die Inhaltsstoffe achten, weil es oft mit Sodium und anderen Stoffen versetzt wird.

Laut Gans ist es aber eine gute Alternative, um auf Fleisch zu verzichten. Trotzdem sollte man auf die Zubereitung achten: "Nur weil es Seitan ist, heißt es nicht, dass man es frittieren darf. Das macht es macht nämlich nicht gesünder."

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