LIFESTYLE
29/06/2014 12:37 CEST | Aktualisiert 29/06/2014 15:54 CEST

Babys aus der Gefriertruhe: "Social Freezing" als neuer Befruchtungstrend

Colourbox

Immer mehr Frauen lassen ihre Eizellen einfrieren, um später noch Kinder austragen zu können. Das berichtet die "Allgemeine Frankfurter Sonntagszeitung".

Beim sogenannten "Social Freezing" würden Frauen, die derzeit aus "sozialen Gründen" keine Kinder bekommen wollen, Eizellen entnommen. Diese würden schockgefroren und könnten später wieder aufgetaut, befruchtet und in die Gebärmutter eingesetzt werden.

Trend aus Amerika schwappt nach Deutschland

Ließen sich 2012 rund 100 Frauen ihre Eizellen einfrieren, seien es 2013 schon 300 gewesen, sagte Jörg Puchta, Chefarzt am Kinderwunschzentrum an der Oper in München der Zeitung. Schon sieben Frauen seien allein an dieser Klinik mit aufgetauten Eizellen schwanger geworden. Drei der Kinder seien bereits auf der Welt.

„Ich glaube, dass Social Freezing den gleichen Stellenwert erhalten wird wie die herkömmliche künstliche Befruchtung, die anfangs ja auch angefeindet wurde", sagt Puchta im Bericht der "FAS".

Methode umstritten

Bisher sei das "Social Freezing" unter Medizinern sehr umstritten. "Social Freezing ist auch ein Stückchen Lifestyle“, sagt Ulrich Hilland, der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Reproduktionsmedizinischer Zentren der "FAS". „Ich bin nicht so ganz glücklich, wenn die Reproduktionsmedizin zu einer Art Schönheitschirurgie wird."

Bei dem Trend gebe es dieselben gesundheitlichen Bedenken, wie bei der künstlichen Befruchtung. „Aber da wollen wir eben Paaren helfen, die nicht schwanger werden können. Beim Social Freezing ist dagegen ja oft nicht einmal ein konkreter Kinderwunsch vorhanden", sagt Hilland.

"Starre Grenzen keine optimale Lösung"

In anderen Ländern sei das "Social Freezing" bereits gesetzlich geregelt. So dürften sich in Israel Frauen nur bis zu einem Alter von 55 Jahren die Eizellen wieder einsetzen lassen.

Allerdings seien auch solch starre Grenzen nicht die optimale Lösung, sagt Hartmut Kreß, Sozialethiker an der Universität Bonn in dem Bericht: „Sie können suggerieren, dass bis zu diesem Alter alles möglich ist – und dann Torschlusspanik erzeugen.“

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