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Russland torpediert ukrainische Friedenspläne und liefert neue Waffen an Separatisten

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UKRAINE
dpa
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Nach dem Inkrafttreten einer einseitigen Feuerpause im Osten des Landes will der ukrainische Präsident Petro Poroschenko nun rasch seinen Friedensplan umsetzen. Das Dokument mit insgesamt 15 Punkten sieht unter anderem vor, dass die prorussischen Aufständischen in der Ostukraine ihre Waffen niederlegen und besetzte Gebäude in den Städten der Gebiete Lugansk und Donezk freigeben.

Doch nach Informationen der US-Regierung liefert Russland weiter Panzer und Raketenwerfer an die Separatisten im Osten der Ukraine. "Wir haben Informationen, dass zusätzliche Panzer zur Abfahrt vorbereitet wurden", sagte die Sprecherin im US-Außenamt, Jen Psaki, am Freitag (Ortszeit) in Washington. Die Russen hätten zudem Artillerie im Südwesten des eigenen Landes versammelt, die von ukrainischen Kräften genutzt werde aber nicht mehr im aktiven russischen Bestand enthalten sei.

"Wir glauben, dass Russland diese Ausrüstung bald an Separatisten-Kämpfer übergeben könnte", sagte Psaki weiter.

Die Separatisten und der für den russischen Grenzschutz zuständige Inlandsgeheimdienst FSB sprachen am Samstag von weiteren Kämpfen in der Krisenregion. Es gab aber zunächst keinen ausdrücklichen Vorwurf, dass proukrainische Kräfte eine am Freitag von Poroschenko angeordnete einwöchige Waffenruhe verletzt hätten. Sie trat um 21.00 Uhr MESZ in Kraft.

Möglicherweise dauere es, bis der Befehl auch in der letzten Einheit ankomme, meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf Separatisten in der von Kiew nicht anerkannten "Volksrepublik Lugansk". Die prorussischen Kräfte berichteten in der Nacht zum Samstag von Kämpfen im Gebiet Swerdlowsk und am Grenzpunkt Isawrino.

Verletzte Ukrainer werden auf russischer Seite behandelt

Bei den Zusammenstößen in Iswarino seien mehr als 80 Angehörige der ukrainischen Grenztruppen auf russisches Gebiet gelangt, teilte der FSB im Gebiet Rostow mit. Zwei bei den Kämpfen verletzte Ukrainer würden demnach auf russischer Seite behandelt.

Nach Darstellung des FSB wurde der ebenfalls im Gebiet Rostow gelegene Grenzpunkt Donezk geschlossen, nachdem er unter Feuer von ukrainischer Seite geraten war. An einem von russischen Behörden nicht näher benannten Grenzübergang seien Fahrzeuge mit Flüchtlingen beschossen worden. Niemand wurde verletzt. Die Zivilisten, darunter Kinder, seien nun im Gebiet Donezk in Sicherheit, teilte der FSB weiter mit.

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