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Österreichs Außenminister Sebastian Kurz: "Ich habe keine Hochzeitspläne"

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SEBASTIAN KURZ
dpa
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Als Außenminister stößt man auf viele Herausforderungen. Als Außenminister mit einem Alter von gerade mal 27 Jahren auf noch größere. Sebastian Kurz ist nun seit vier Monaten auf diesem Post von Österreich, doch in seinem Leben hat sich laut eigener Aussage nicht besonders viel geändert. In einem Interview mit der "Welt" sprach der junge Politiker über seine ersten 100 Tage im Amt.

Offenbar scheint das geringe Alter des Österreichers jeden zu beeindrucken – nur ihn selbst nicht. Auf die Frage der "Welt", wie seine Kollegen in Brüssel ihn aufgenommen hätten, antwortete er:" Freundlich, herzlich und offen. Mein Alter ist dort kein Thema." Immerhin: "Ich hatte aber den Eindruck, dass es bei dem einen oder anderen Interesse geweckt hat." Ängste hatte der Politiker ohnehin nie. Kurz nach seiner Amtseinführung hatte er bereits verkündet, keine Angst vor den Reaktionen seiner Kollegen zu haben, wie die Huffington Post im Dezember berichtete: "Gerade in der Außenpolitik sind die Akteure gewohnt, mit den unterschiedlichsten Personen in Kontakt zu kommen. Es würde mich wundern, wenn gerade sie Probleme im Umgang mit einem 27-Jährigen Kollegen hätten."

Früher sei er wegen seiner Jugend durchweg auf Ablehnung im eigenen Land gestoßen. "Als ich mit 24 Jahren Staatssekretär wurde, gab es anfangs heftige Kritik." Doch das habe sich jetzt geändert.

Die Krim-Krise ist sein Thema

Obwohl Sebastian Kurz jünger ist als die meisten seiner Kollegen bei deren Universitätsabschluss, macht er sich keine Sorgen über mangelnde Erfahrung. "Ich bin ja nicht als Außenminister vom Himmel gefallen und frisch auf der Welt." Er habe auch nichts gegen Kritik. "Lob ist besser als Kritik. Zum Leben eines Politikers gehört aber beides." Länger als zehn Jahre, will Kurz seine politische Karriere ohnehin nicht verfolgen, wie im Dezember in der Bild Zeitung verkündete.

Ein bestimmendes Thema seiner bisherigen Amtszeit war die Krim-Krise. Der junge Außenminister sieht klare Fehler im Umgang des Westens mit der Ukraine. "Die Europäische Union darf die Ukraine, aber auch Länder wie Moldawien und Georgien, künftig nicht vor eine Zerreißprobe stellen, in der sie sich entweder für die EU oder für Russland entscheiden müssen."

Und privat so?

Der junge Außenminister scheut sich nicht vor klaren Aussagen. Auch zum Beitritt der Türkei zur EU bezieht er eindeutig Stellung: "Ich habe Zweifel daran, dass die Türkei den Beitritt noch ernsthaft anstrebt." Mit dem Twitter-Verbot rückt die Türkei laut Kurz immer weiter weg von einem möglichen Anschluss zu EU.

Und außerhalb der Politik? Was macht ein 27-jähriger Außenminister, wenn er seine Krawatte ablegt? "Mein Privatleben läuft wie bisher: Ich treffe mich weiter mit Freunden und bewege mich ganz normal durch's Leben." Und die Liebe? Die Antwort auf seine romantische Zukunft fällt knapp aus: "Ich habe derzeit keine Hochzeitspläne."

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