Huffpost Germany

Das Bett in der Besenkammer - Billighotels mischen den Markt auf

Veröffentlicht: Aktualisiert:
HOTELZIMMER
Billig-Hotel-Ketten setzen auf kleine Hotelzimmer zu niedrigen Preisen. | Thinkstock

AirBnB und Couchsurfing zum Trotz: Noch nie haben so viele Menschen in deutschen Hotelbetten geschlafen wie 2013. Rund 412 Millionen Übernachtungen zählte der Hotelverband Deutschland. Insgesamt hat die Branche 21,2 Milliarden Euro umgesetzt.

Von diesem Boom wollen zig Billig-Hotel-Ketten profitieren, denn die wachsende Zahl der Reisenden sucht einen günstigen Schlafplatz - ganz ohne Saunalandschaft und Bügelservice. Jüngstes Beispiel ist das Ikea-Hotel Moxy, welches hierzulande 2015 an den Markt geht. In acht deutschen Städten - Berlin, Frankfurt, Hamburg, Essen, Heidelberg, Ludwigshafen Leipzig und München - werden Moxy-Hotels eröffnet.

Marktanteil von bis zu 40 Prozent erwartet

"Das Potenzial für die Branche ist groß", sagt Kay Strobl, die beim Beratungsunternehmen Deloitte für die Hotelbranche zuständig ist. "Derzeit liegt der Marktanteil der Billighotels lediglich im hohen einstelligen Prozentbereich. Deswegen werden auch mehrere Marken aus anderen Ländern nach Deutschland kommen, um sich ein Stück vom Kuchen zu sichern." Die Hotelberatung PKF erwartet, dass der Anteil der Low-Budget-Hotels in den kommenden Jahren auf 30 bis 40 Prozent steigen wird.

B&B fürchtet Moxy nicht

Die Kette B&B-Hotels etwa kommt ursprünglich aus Frankreich, ist aber mittlerweile in Deutschland einer der großen Spieler neben Motel One und Ibis. Dort gibt man sich kampfeslustig: "Moxy kann ruhig kommen, wir fürchten nichts." B&B will bis Ende des Jahres auf mehr als 70 Hotels in Deutschland kommen und mehr als 7200 Zimmer anbieten.

Konkurrent Motel One hat hierzulande 43 Hotels mit 9600 Zimmern. In diesem Jahr sollen sechs weitere mit 1400 Zimmern dazukommen. Die Preise variieren je nach Lage. "Für die Budgethotellerie in Deutschland sehen wir die Grenze jedoch bei 100 Euro erreicht", sagt Geschäftsführer Dieter Müller.

Wenig Platz für wenig Geld

Motel One wirbt mit dem Konzept "Viel Design für wenig Geld". Aber können Hotels so überhaupt verdienen? "Das funktioniert sogar sehr gut", erklärt Strobl von Deloitte. "Die Zimmer sind relativ klein - und in der Hotellerie wird das Geld mit dem Zimmerverkauf gemacht." Die Strategie ist also: wenig Platz für wenig Geld.

Das bestätigt auch Motel One: "Viele Flächen, die Gäste nur teilweise oder wenig nutzen, wie etwa Tagungsräume, einen Wellnessbereich oder ein Hotelrestaurant, werden weggelassen", erklärt Müller. Genau diese Flächen sind es, die einen Übernachtungspreis steigen lassen."

Billig-Ketten sind austauschbar

Aber wie unterscheiden sich eigentlich Ibis, B&B, Motel one & Co? B&B gibt an, mit speziellen Zimmern auch Familien stärker im Visier zu haben. Ibis hingegen hat sich bereits in Einzelmarken mit Fokus auf verschiedene Kundengruppen aufgeteilt, Motel one nennt unter anderem sein modernes Design.

"Jeder versucht Alleinstellungsmerkmale herauszuarbeiten", sagt Expertin Strobl. "Letztendlich bleiben sie aber austauschbar." Oft seien vor allem Lage und Preis entscheidend. "Ein Bett ist ein Bett."

Junge Rucksack-Touristen lockt vor allem die Kette A&O. Hier ist der Preis das größte Alleinstellungsmerkmal. Manche Zimmer kosten nur zwölf Euro pro Nacht. Billiger geht's wohl kaum. Neben Mehrbett-Zimmern gibt es auch sogenannte Hotel-Zimmer, die etwas teurer sind (etwa 23 Euro). Gespart wird bei A&O aber zum Teil bei der Hygiene. So gibt es nicht nur im Münchner A&O-Hotel teils eklige Toiletten (wie wir aus eigener Erfahrung zu berichten wissen), wenn man
Kundenrezensionen bei Hotelbewertungsportalen glauben kann. Aber das ist der Zielgruppe offenbar egal.

Close
Das tun erfolgreiche Menschen vor dem Schlafengehen
von
Teilen
Tweet
Werbung
Aktuelles Bild

Auch auf HuffingtonPost.de: Der Speedcharger - Handys aufladen in 30 Sekunden

So berichten andere

Konkurrenz zwischen den Billighotels wird größer - FAZ.net

Billighotels in Deutschland: Von Ikea bis - SPIEGEL ONLINE

Motel One - Thema | WirtschaftsWoche Online