AfD-Politiker sieht Deutschland vor „bürgerkriegsähnlichen Zuständen"

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Es ist nichts Neues: Da sorgt ein führender Politiker der "Alternative für Deutschland" (AfD) mit einem populistischen Statement gegenüber den Medien oder seiner Vergangenheit für Aufsehen. Und kurz darauf heißt es dann von offizieller Seite: War doch gar nicht so gemeint. Oder zumindest: Die Partei sieht das ganz anders.

Im vergangenen Jahr zum Beispiel distanzierte sich die AfD von der "Alternative für Passau" (AfP), einer Gruppe, an deren Gründung maßgeblich der örtliche Vorsitzende der AfD beteiligt war, und der ein Ex-Republikaner vorstand.

Und der Thüringer Landesverband sprach sich 2013 von einem seiner Mitglieder los, das wegen Volksverhetzung verurteilt wurde.

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Politiker, die wie Disney-Figuren aussehen
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Die Thüringer AfD ist es auch, die nun eine neue Episode liefert. Landessprecher Matthias Wohlfarth ging im "Deutschlandradio"-Interview mit christlich-fundamentalistischer Rhetorik und völkischen Ideen auf Stimmenfang. Warnte vor kurz bevorstehenden „bürgerkriegsähnlichen Zuständen“ in Deutschland. Schürte Ängste vor Ausländern, begründete rassistische Eskalationen gegenüber Afrikanern, die an der Bushaltestelle von Rechtsradikalen zusammengeschlagen würden, mit Verständnis für die Schläger, weil Deutschland mit seiner laschen Einwanderungspolitik gegenüber kriminellen Einwanderern so eine Antistimmung fördere.

Die AfD als deutsche Teaparty

Und was folgt? Eine Presseerklärung der Thüringer Parteimitglieder. "Wir, die Unterzeichner, distanzieren uns ausdrücklich von den Entgleisungen Wohlfahrts und verurteilen diese auf das schärfste", heißt es darin. Denn "diese maßlose Demagogie und seine damit verbundene Geisteshaltung" verbreite Wohlfahrt ausdrücklich im Namen der AfD und als ihr Sprecher. Die Äußerungen hätten den „Deutschlandradio“-Moderator ja geradezu motiviert, die AfD als eine deutsche „Teaparty-Bewegung“ zu bezeichnen.

Wohlfarth bringt die eigenen Leute nicht zum ersten Mal gegen sich auf. Erst kürzlich versuchte er, ihm unbequeme Parteimitglieder aus der AfD zu schmeißen. Die Verfasser der Erklärung kommen daher zu dem Schluss, dass "die Person Wohlfarth für die Partei längst untragbar geworden" sei.

Solange sich die AfD von Politikern mit solchen Ansichten nicht umgehend trennt, darf sie sich jedenfalls nicht beschweren, als Partei mit rechten Tendenzen wahrgenommen zu werden.

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Filed by Jan David Sutthoff