Demos in der Türkei nach Tod eines 15-jährigen Gezi-Park-Opfers (UPDATE)

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ISTANBUL
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ISTANBUL - Die türkische Polizei hat bei Einsätzen gegen Demonstranten erneut Dutzende Menschen festgenommen. In Istanbul hätten Beamte in der Nacht zum Mittwoch elf Demonstranten, in der Stadt Samsun 20 Protestierer in Gewahrsam genommen, berichtete die türkische Tageszeitung "Radikal" am Mittwoch. Aus mehreren weiteren Städte sei eine größere Zahl von Festnahmen bekannt.

Die neuen Demonstrationen hatten sich am Dienstag am Tod eines seit neun Monaten im Koma liegenden Jungen entzündet. Der 15-Jährige war im Juni vergangenen Jahres auf dem Höhepunkt der Protestwelle von einem Tränengasgeschoss der Polizei am Kopf getroffen worden und lag seitdem im Koma.

In Istanbul hatte die Polizei mit mehreren Wasserwerfern Hunderte Demonstranten daran gehindert, am Dienstagabend auf den zentralen Taksim-Platz vorzudringen, wie Augenzeugen berichteten. Die Menge skandierte: "Schulter an Schulter gegen Faschismus." Über Demonstrationen wurde auch aus Ankara, Adana und Antalya berichtet.

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Der Jugendliche Berkin Elvan war im Juni vergangenen Jahres auf dem Höhepunkt der Demonstrationen gegen die islamisch-konservative Regierung von einem Tränengasgeschoss der Polizei am Kopf getroffen worden. Nach Darstellung seiner Familie war er unterwegs, um Brot zu holen. Bei den Protesten waren fünf Demonstranten und ein Polizist ums Leben gekommen.

"Wir haben unser Kind um 7 Uhr verloren"

Am Dienstag versuchten Demonstranten zunächst nahe des Krankenhauses Barrikaden zu errichten, um die Polizei zu stoppen. Demonstranten warfen Steine auf die Polizei und Polizeiwagen. Am Vortag hatte die Polizei eine Mahnwache für den Jugendlichen am Krankenhaus gewaltsam aufgelöst und mehrere Menschen festgenommen.

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(Foto: dpa)

"An unser Volk: Wir haben unser Kind Berkin Elvan um 07.00 Uhr verloren", twitterte die Familie des Jungen am Dienstag. Staatspräsident Abdullah Gül drückte den Angehörigen sein Beileid aus. Er rief dazu auf, neues Leid zu verhindern. Dies habe er auch den Behörden der Provinz Istanbul gesagt.

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Die Proteste hatten sich im vergangenen Sommer an Plänen der Regierung entzündet, den Gezi-Park am Rande des Istanbuler Taksim-Platzes zu bebauen. Sie richteten sich bald vor allem gegen Erdogans autoritären Regierungsstil.

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