WIRTSCHAFT
17/02/2014 14:18 CET | Aktualisiert 17/02/2014 14:30 CET

Bundesbank: Immobilien in Großstädten viel zu teuer

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Gerade in Großstädten ist Wohnraum viel zu teuer.

FRANKFURT/MAIN - Wohnungssuchende in deutschen Ballungsgebieten müssen sich auch weiterhin auf hohe Preise einstellen. Nach einer Einschätzung der Deutschen Bundesbank ist der verfügbare Wohnraum in bevölkerungsreichen Regionen derzeit viel zu teuer. "In den Großstädten weichen die Preise für Wohnimmobilien im Durchschnitt vermutlich um 25 Prozent nach oben ab", schreibt die Deutsche Bundesbank in ihrem am Montag in Frankfurt veröffentlichten Monatsbericht.

Trotz Neubauten keine Entspannung in Sicht

Zwar erlebte die Baubranche seit dem Jahr 2010 einen starken Aufschwung. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres mehr als 202.100 Wohnungsneubauten genehmigt, aber auch diese Entwicklung wird kaum zu einer Abkühlung des Marktes führen. Von Seiten der Bundesbank heißt es, trotz der jüngsten Angebotsausweitung hätten sich die Überbewertungen in den Ballungsräumen verfestigt. Insgesamt hält die Bundesbank die Immobilienpreise aber für angemessen. Die Gefahr einer Blasenbildung sehen die Experten nicht. Vom Preisgefüge auf den Wohnungsmärkten gingen derzeit keine größeren Risiken für die Gesamtwirtschaft aus.

Wirkung politischer Maßnahmen fragwürdig

Immerhin habe der Nachfragedruck nach Mietwohnungen in Städten 2013 nicht weiter zugenommen. Bei den Neuvertragsmieten habe sich der Aufwärtstrend 2013 etwas abgeschwächt. Allerdings droht aus Sicht der Bundesbank über politische Vorhaben wie der Mietpreisbremse neuer Preisdruck, weil dies Investitionen in Neubauten bremsen könnte: "Um die Anspannungen an den Wohnimmobilienmärkten marktgerecht abzubauen, sind zuverlässige Preis- und Mietsignale für lohnenswerte Investitionen in Wohnraum erforderlich. Regulatorische Eingriffe in die Mietvereinbarungen in Neuverträgen wirken hingegen kontraproduktiv."