Zuwanderungsbegrenzung: Deutsche wollen abstimmen wie die Schweizer

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BERLIN - Nach dem Volksentscheid zur Begrenzung der Zuwanderung in die Schweiz fordern zwei Drittel der Deutschen, eine ähnliche Abstimmung auch hierzulande abzuhalten. Dies zeigt eine Emnid-Umfrage im Auftrag der "Bild am Sonntag". Demnach fordern zudem 39 Prozent der 501 Befragten, die Zuwanderung nach Deutschland zu verringern. 50 Prozent sagen, die Zahl solle gleich bleiben. Nur acht Prozent wollen mehr Zuwanderung.

Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD), sagte dem Blatt, Deutschland benötige Einwanderer auch aus ärmeren EU-Ländern wie Bulgarien und Rumänien. Sehr viele seien hoch qualifiziert. Und bei den schlecht Qualifizierten müsse es gelingen, zumindest deren Kinder durch intensive Betreuung und Schulbildung auf einen guten Weg zu bringen.

Schweizer knapp dafür

In der Schweiz war vor einer Woche die Volksinitiative "Gegen Masseneinwanderung" knapp angenommen worden. 50,3 Prozent der Wähler stimmten für die Initiative der national-konservativen Schweizer Volkspartei (SVP).

Mit der Volksabstimmung erreichte die SVP, dass das Land künftig Zuwanderung quotiert. Damit muss die Regierung das Freizügigkeitsabkommen mit der EU innerhalb von drei Jahren neu verhandeln. Seit 2002 galt für EU-Bürger freier Personenverkehr in die Schweiz. Nun sollen wieder Kontingente gelten, die sich an den "gesamtwirtschaftlichen Interessen der Schweiz" orientieren, heißt es im Text der Initiative.

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