UN beschuldigt Vatikan, tausendfachen Kindesmissbrauch geduldet zu haben

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GENF/VATIKANSTADT - Ein Menschenrechts-Komitee der Vereinten Nationen (UN) hat den Vatikan in einem Bericht beschuldigt, den Missbrauch Zehntausender Kinder durch Priester geduldet zu haben.

Die UN fordert den Vatikan auf, seine Archive zu öffnen, damit die Fälle öffentlich untersucht werden können, heißt es in dem Bericht. Überführte Täter müssten umgehend der Justiz übergeben werden. Die Experten fordern zudem verbindliche Regeln im Kirchenrecht, die Kinder künftig besser vor Missbrauch in katholischen Institutionen weltweit schützen sollen.

Bei einer Anhörung in Genf am 16. Januar hatten die UN-Experten dem Vatikan unter anderem vorgeworfen, Details über das Ausmaß von Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche unter Verschluss zu halten. Vertreter des Kirchenstaats betonten, der Vatikan gehe mit aller Kraft gegen Missbrauchsfälle vor.

Der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes überprüft die Einhaltung der UN-Kinderrechtskonvention. In diesem Rahmen hatte sich der Vatikan erstmals öffentlich und ausführlich zum Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche geäußert.

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