Koffein ist eine Droge, die abhängig macht

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Stress? Dagegen hilft Kaffee eher selten | Shutterstock
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Anna hat schlechte Laune, wenn sie morgens keinen Kaffee bekommt. Vor dem Meeting holt sie sich schnell eine zweite Tasse. Und nach dem Mittagessen braucht sie dringend Nachschub. Sonst kann sie sich nicht konzentrieren.

Ist Anna deswegen süchtig? Kaffeetrinken ist für die meisten so normal wie Autofahren oder Zeitunglesen. Koffein – eine Droge? Quatsch. Oder?

So harmlos ist der Koffein-Kick nicht. Kaffee, Cola, Energy-Drinks: Immer mehr Menschen helfen künstlich nach. Sie wollen länger arbeiten, mehr leisten, mit weniger Schlaf auskommen. Das kann böse enden.

Denn immer mehr dieser Menschen sind laut einer Studie der American University, Washington, abhängig von Koffein. Sie haben Entzugserscheinungen und können den Konsum selbst dann nicht herunterfahren, wenn sie es wollen.

Körperliche Abhängigkeit

Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnte kürzlich vor gesundheitlichen Schäden durch hohe Koffein-Mengen in Energy Drinks. Bei dem deutschen Austausch-Studenten, der Ende Oktober tot in Wales aufgefunden wurde, vermuten die Behörden mittlerweile sogar, dass übermäßiger Koffein-Konsum Todesursache war.

Die American Psychiatric Association erkennt Koffein-Missbrauch als Krankheit an. „Die negativen Folgen werden oft nicht als solche erkannt, weil diese Droge von der Gesellschaft akzeptiert und von so vielen Menschen konsumiert wird“, sagt die Psychologie-Professorin Laura Juliano, die die Studie der American University leitete. Während viele Menschen ohne Schaden Koffein konsumieren könnten, führe es bei manchen zu körperlicher Abhängigkeit.

„Ärzte haben sich bisher damit schwer getan, zu bestimmen, wann Koffein-Konsum problematisch ist und zu erkennen, dass manche Fälle behandelt werden müssen“, sagt Juliano. Um dem schlimmsten Fall vorzubeugen, hilft nur: weniger Koffeinhaltiges trinken. Mit diesen Tipps bleiben sie auch ohne Kaffee oder Cola munter:

1. Mehr schlafen.
Es klingt banal, aber das beste Mittel gegen Müdigkeit ist immer noch ausreichend Schlaf. „Viele erfolgreiche Menschen, besonders Männer, sehen es als Ausdruck ihrer Leistungsfähigkeit, wenn sie mit nur wenigen Stunden Schlaf auskommen“, sagt Chronobiologe Till Roenneberg von der Ludwig-Maximilian-Universität München, der Schlafverhalten erforscht. Auf Dauer leisten diese Menschen aber weniger statt mehr.

Ein kurzes Nickerchen tagsüber ist übrigens effektiver als der stärkste Kaffee. Immer mehr Unternehmen richten dafür Ruheräume ein. Und nennen es „Powernapping“ – das klingt einfach schöner.

2. Spazierengehen
Oft steckt gar nicht Schlafmangel hinter der Müdigkeit, sondern zu wenig Sauerstoff. Dann hilft ein Spaziergang draußen. Ja, auch bei schlechtem Wetter.

3. Viel trinken
Auch Getränke ohne Koffein machen wach: Wasser, Saftschorle, und Tee – zum Beispiel aus frischem Ingwer. Der regt durch seine Schärfe den Kreislauf an.

4. Obst essen
Nahrung liefert Energie, das ist einfach so. Zucker verwertet der Körper besonders schnell. Damit der Snack nicht auf die Hüfte geht, lieber zu Obst greifen als zu Schokolade.

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Filed by Sabrina Hoffmann