BONN- Die Hamburger Speicherstadt und der Naumburger Dom in Sachsen-Anhalt sind für das Unesco-Weltkulturerbe nominiert. Das teilte die Kultusministerkonferenz am Donnerstag in Bonn mit. Sie habe die Nominierung beim Auswärtigen Amt eingereicht, das den Antrag zum 1. Februar der Unesco in Paris vorlegen werde. Das Welterbekomitee wird über die Nominierungen im Sommer 2015 entscheiden. Beim kommenden Treffen im Juni in Doha/Quatar wird sich das Welterbekomitee mit dem zum 1. Februar 2013 eingereichten Antrag "Karolingisches Westwerk und Civitas Corvey" in Nordrhein-Westfalen befassen. Würde es angenommen werden, wäre es die 39. Welterbestätte in Deutschland.

Eine abwechslungsreiche Geschichte

Die zwischen 1885 und 1927 entstandene Speicherstadt gilt als das größte zusammenhängende, einheitlich geprägte Speicherensemble der Welt. Das in enger Nachbarschaft befindliche Kontorhausviertel ist eines der eindrucksvollsten Stadtbilder der 1920er Jahre in Deutschland und das erste reine Büroviertel auf dem europäischen Kontinent. Herausragendes Beispiel sei das zwischen 1922 und 1924 errichtete Chilehaus, das als größte baukünstlerische Leistung des deutschen Backstein Expressionismus bezeichnet werden könne, hieß es in der Mitteilung der Kultusministerkonferenz.

Der viertürmige Naumburger Dom ist das sichtbarste Zeichen der einzigartigen Kulturlandschaft im Mündungsbereich der Unstrut in die Saale. Die hochmittelalterlichen Siedlungen und Städte haben ihre Grundrisse bis in die heutige Zeit weitgehend bewahrt. Burgen und Befestigungsanlagen, Klöster und Kirchen prägen diese Herrschaftslandschaft in einem Gebiet, das Goseck, Naumburg, Saaleck und Freyburg umschließt. Die Stifterfiguren des Doms seien künstlerisch und ikonographisch weltweit einzigartig, hieß es in der Mitteilung. Die lebensgroßen Darstellungen hochadeliger Männer und Frauen des thüringisch-sächsischen Adels zählten zum Herausragendsten, was die europäische Bildhauerei des Mittelalters hervorgebracht habe.