BERLIN/DORTMUND - Städte und Kommunen, der Deutsche Pflegerat und die AOK fordern eine schnelle und umfassende Pflegereform. Anlässlich des Deutschen Pflegetags in Berlin verlangten sie in einem gemeinsamen Papier, die Pflege als politisches und gesellschaftliches Top-Thema anzuerkennen.

Die Kommunen seien politisch, organisatorisch und finanziell noch nicht auf den steigenden Pflegebedarf vorbereitet, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg. "Der Druck des Handelns ist gigantisch groß", sagte der Präsident des Deutschen Pflegerats, Andreas Westerfellhaus. AOK-Chef Jürgen Graalmann mahnte, es dürfte nicht noch einmal passieren, dass politischen Ankündigungen keine Taten folgten.

Patientenschützer: Qualität der Pflege muss sich verbessern

Patientenschützer machen sich derweil für höhere Qualitätsstandards in der Pflege stark. Die Aufgaben des von der schwarz-roten Bundesregierung geplanten Instituts zur Qualitätssicherung müssten über Kliniken hinaus auf die gesamte Pflegebranche ausgedehnt werden, forderte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, am Donnerstag in Dortmund. Pflegeanbieter sollten "ihre bremsende Haltung bei der Neuausrichtung des Pflege-TÜVs aufgeben", verlangte er. "Wir brauchen motivierte Pflegekräfte, die es bisher in der Branche schwer haben. Würde wahrende Pflege braucht würdige Arbeitsplätze."