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Christopher Lauer will die Piraten fit für die Bundestagswahl 2017 machen

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PIRATEN
Die Piraten rüsten sich für 2017 | Getty

Es gab schon bessere Zeiten für die Piratenpartei. Die, als nicht wenige in Deutschland damit rechneten, dass die Partei die Politik in Deutschland ordentlich umkrempeln würde. Es gab auch schon bessere Zeiten für den Piraten Christopher Lauer (29). Einst galt er als Hoffnungsträger der Partei, scheiterte dann aber bei der Wahl des Vorsitzenden. Anschließend war er Fraktionsvorsitzender der Piraten im Berliner Abgeordnetenhaus. Aber auch das ist mittlerweile Vergangenheit, er ist jetzt innenpolitischer Sprecher.

Auch wenn der als Querulant geltende Politiker nicht mehr ganz oben mitmischt, erwartet er ein Comeback seiner Partei auf Bundesebene. "2017 schaffen es die Piraten in den Bundestag", sagte Lauer im Interview mit der Huffington Post. Er sagt aber, was dafür passieren muss: Die Partei brauche eine Reform. "Wir müssen uns einfach mal anschauen, wie andere Parteien das machen und uns dann überlegen, was wollen wir innerparteilich an Struktur und Kultur ändern", sagte er.

"Wir haben, kultiviert durch das Internet, eine Umgangsweise an den Tag gelegt, die nach innen demotivierend ist und nach außen hin abschreckt." Das habe alles überschattet. Die Piraten müssten den Menschen klarmachen: "Wenn ihr euch inhaltlich direktdemokratisch beteiligen wollt, sind wir eure Anlaufstelle. Das kriegt ihr bei keiner anderen Partei!"

Bisher hätten die Piraten zu oft gesagt: "Das und das finden wir an Politik scheiße, das müssen wir anders machen. Dann wollen wir alles anders machen, wissen aber gar nicht, warum andere Parteien Dinge so tun wie sie sie tun."

Inhalte, auf die die Piraten setzen sollten, seien "visionäre Themen wie ein bedingungsloses Grundeinkommen. Wir sind uns in der Partei einig, das jetzige Sozialsystem kann so nicht weiterlaufen", sagte Lauer. "Ein weiterer Punkt ist Bildung. Die Bologna-Reform sollte alles einfacher machen. Aber es war noch nie schwerer, ein Auslandsemester anerkennen zu lassen, als heute. Und die ganze Überwachungsgeschichte natürlich. Das sind alles Sachen, die bekämen wir doch gut verkauft, und keine der anderen Parteien berücksichtigt sie angemessen."

Aber, sagte Lauer, "Inhalte sind das geringste Problem das wir hatten und haben". Auch wenn man den Piraten gerne vorgeworfen habe, keine Position zu bestimmten Themen zu haben. "Die Piratenpartei braucht doch keine beliebige Meinung zu allem, wir brauchen ein klares Profil", sagte Lauer. An Politikern werde oft kritisiert, dass sie innerhalb von 30 Sekunden zu allem etwas sagen könnten. "In dem Moment wo man’s nicht macht, wird es auch kritisiert."

Lesen Sie hier das komplette Interview.

 
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