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8 überraschende Fakten über das Sterben

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TOD
Thinkstock

Nichts im Leben ist so sicher wie der Tod und die Steuern.

Aber wie sicher ist eigentlich unser Wissen über den Tod? Von millionenschweren Unsterblichkeitsprojekten bis hin zu neuen Studien, die den Begriff „tot“ in neuem Licht erscheinen lassen: Im Folgenden erfahren Sie ein bisschen mehr darüber, was Sie im kalten Grab – oder wohin auch immer Sie nach Ihrem Ableben gehen – erwartet.

Der Körper kann selbst im Tod noch peinliche Sachen machen.

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Bestimmt haben Sie schon einmal gehört, dass die Haare und Nägel nach dem Tod weiterwachsen. Das entspricht nicht wirklich den Tatsachen. Denn die Haare und Nägel von Toten wachsen keineswegs. Stattdessen verliert die Haut an Feuchtigkeit und zieht sich zurück, wodurch mehr Haare und Nägel zum Vorschein kommen.

Außerdem gibt es noch wesentlich unschönere Dinge, die nach dem Tod passieren. Es besteht die Möglichkeit, dass Tote ihre Blase oder ihren Darm entleeren und, je nach Geschlecht, sogar ejakulieren. Zurückzuführen ist dies vor allem auf den Verlust der Gehirnfunktion, die den Körper unter Kontrolle hält, sowie die Tatsache, dass sich die Muskulatur zunächst versteift und dann letztendlich wieder entspannt und loslässt. Im Fall von Männern, die auf dem Bauch liegend sterben, fließt das Blut in die unteren Körperteile und kann dadurch eine Erektion verursachen.

Und falls Sie gerne wissen möchten, wie lange es dauert, bis Sie zum Skelett werden: Nach einem Monat fallen die Zähne und alles andere aus.

Es gibt eine wissenschaftliche Erklärung dafür, warum in den letzten Momenten das eigene Leben an einem vorbeizieht.

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Man geht mittlerweile davon aus, dass das Gehirn am Rande des Todes nicht wie bisher angenommen inaktiver wird. Stattdessen kommt es zu einem starken Anstieg der Gehirnaktivität, der den Menschen in einen hyper-bewussten geistigen Zustand versetzt. Dieses erhöhte Bewusstsein kann Unerwartetes verursachen, zum Beispiel, dass der Sterbende sein Leben wie im Zeitraffer an sich vorbeiziehen sieht oder ein Licht am Ende eines Tunnels erblickt. Zudem wird Letzteres dadurch begünstigt, dass weniger Blut und Sauerstoff zu den Augen gelangt. Das bei Nahtoderfahrungen häufig beschriebene Gefühl der Verlangsamung der Zeit kann auch einfach auf die falsche Erinnerung der traumatischen Erfahrung zurückzuführen sein.

Wir sind dem ewigen Leben so nah wie nie zuvor.

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Calico ist ein kürzlich von Google ins Leben gerufenes Unsterblichkeitsprojekt. Sein Ziel ist eine Umkehr des Alterungsprozesses. Das kann bedeuten, dass man fünf bis zehn Jahre länger gesund lebt, um es mit den Worten eines Harvard-Professors auszudrücken, oder, wenn das Projekt von Erfolg gekrönt ist, dass man ewiges Leben bekommt. Calico, bzw. die California Life Company, ist das meistbeachtete Projekt dieser Art, vor allem deswegen, weil Google dahintersteckt. Doch es gibt ein weiteres hochkarätiges Projekt, das vom russischen Milliardär Dmitry Itskov finanziert wird und den Traum von Unsterblichkeit bis zum Jahr 2045 verwirklichen soll. Itskovs Plan umfasst den Bau von Androiden, in die das menschliche Gehirn transferiert werden soll, sodass der Geist in einem niemals älter werdenden, oder zumindest leicht austauschbaren Roboterkörper ewig leben kann.

Wir wissen unter Umständen nicht genau, wann ein Mensch wirklich „tot“ ist.

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Sie haben vermutlich schon davon gehört, dass Menschen für tot erklärt wurden und anschließend wieder zum Leben erwachten. Allein in Großbritannien passiert dies anscheinend drei Mal pro Jahr. Neue Studien zur Wiederbelebung von Menschen deuten darauf hin, dass wir nicht immer mit Sicherheit sagen können, ab wann jemand wirklich tot ist. In den seltenen Fällen der erfolgreichen Wiederbelebung nach dem scheinbaren Gehirntod konnten einige dieser Menschen von Gesprächen oder Erinnerungen berichten, die ein „totes“ Gehirn nicht erleben kann. Es gibt keinen eigentlichen „Moment des Todes“. Das Sterben ist vielmehr ein stufenweiser Prozess, bei dem verschiedene Funktionen nach und nach zum Stillstand kommen. Es bleibt zu hoffen, dass wir künftig Wiederbelebungsmaßnahmen entwickeln, dank derer Menschen häufiger „von den Toten auferstehen“ werden.

In den USA und Großbritannien wird es eng auf Friedhöfen – und Einäscherungen sind günstiger als Erdbestattungen.

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Es ist mittlerweile fast ein Ding der Unmöglichkeit, in Städten wie New York eine letzte Ruhestätte zu finden. Und ganze Länder wie beispielsweise England könnten innerhalb der nächsten 20 Jahre keinen Platz mehr auf ihren Friedhöfen haben. Einer der Gründe ist die Generation der Baby-Boomer, die mittlerweile einen regelrechten Run auf die Friedhöfe verursacht. Und angesichts der wachsenden Weltbevölkerung wird es immer schwieriger, Orte für die letzte Ruhe zu finden, die nicht bereits von Grundstückspekulanten aufgekauft wurden.

Eine Lösung dieses Problems könnte die Feuerbestattung sein, die wesentlich günstiger als der Kauf einer Grabstätte ist, ganz zu schweigen von den Kosten eines Sargs, Grabsteins etc. Mittlerweile lassen sich bereits 55 Prozent der Deutschen einäschern, Tendenz steigend.

Mehr über den Prozess der Einäscherung erfahren Sie in diesem kurzen YouTube-Video.

Eventuell atmen Sie tote Menschen ein, aber das ist kein Anlass zur Sorge.

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Angesichts der steigenden Zahlen von Feuerbestattungen häufen sich die Bedenken hinsichtlich des Einäscherungsverfahrens und der anschließenden Entsorgung, damit die Asche der Toten nicht in die Luft gelangt. Und dass bei der Einäscherung einiges schiefgehen kann, verdeutlich eine wahre Horrorgeschichte aus dem kanadischen Ottawa. Aufgrund der starken Rußentwicklung eines Krematoriums waren die Anwohner gezwungen, ihre Fenster ständig geschlossen zu halten. Um es mit den Worten eines Betroffenen auszudrücken: „Man hat das Gefühl, die Überreste einer Leiche einzuatmen.“

Das Einatmen der Asche stellt jedoch kein Gesundheitsproblem dar, es sei denn, man ist dem Rauch dauerhaft und in hohen Konzentrationen ausgesetzt, sodass die Gefahr einer Staublunge besteht. Somit ist davon auszugehen, dass im Fall von Tupacs Kumpeln, die die Asche des ermordeten Rappers in einem Joint rauchten, oder im Fall von Keith Richards, der die Überreste seines Vaters mit Kokain schnupfte, die Drogen in diesen makabren Mischungen wesentlich mehr Schaden anrichteten als die Asche selbst.

Rund 99 Deutsche sterben pro Stunde.

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2012 starben laut Statistischem Bundesamt 869.582 Menschen in Deutschland. Das macht rund 2382 Menschen pro Tag oder 99 Menschen pro Stunde. Im Vergleich dazu schätzen die UN, dass 2011 weltweit 58.093.000 Menschen starben, was rund 159.159 Todesfällen pro Tag und 6631 Todesfällen pro Stunde entspricht.

Auch quicklebendige Menschen können von einem Gericht für tot erklärt werden.

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Der 61-jährige Donald E. Miller Jr. wurde von einem Richter als tot betrachtet, obwohl er der Gerichtsverhandlung in eindeutig lebendigem Zustand beiwohnte. Miller war bereits 1994, nachdem er mehrere Jahre als vermisst galt, von eben jenem Richter für tot erklärt worden. Damals hatte seine Ex-Frau darauf gedrungen, nachdem er ihr Tausende Dollar Unterhalt für die Kinder schuldete. Sie wollte damit wenigstens die Leistungen aus seiner Sozialversicherung in Anspruch nehmen.

Als Miller Jahre nach einer Wanderung quer durch die USA wieder auftauchte, wollte er den Status eines lebenden amerikanischen Bürgers zurückerlangen, um dadurch grundlegende Rechte sowie eine Sozialversicherungsnummer zu erhalten. Der Richter entschied jedoch zu Ungunsten Millers. Seine Begründung: Im Bundesstaat Ohio, wo das Verfahren stattfand, kann eine seit mehr als drei Jahren bestehende Todeserklärung nicht widerrufen werden.

Wäre Miller für lebendig erklärt worden, hätte seine Ex-Frau sämtliche Sozialleistungen der vergangenen Jahre zurückzahlen müssen, was für sie und ihre neue Familie den finanziellen Ruin bedeutet hätte. Der Richter wurde wie folgt zitiert: „Ich weiß nicht, in welche Lage Sie dadurch geraten, aber zumindest für das Gesetz sind Sie nach wie vor gestorben.“

Falls sich künftig der Tod angesichts dieser Fakten als doch nicht so sichere Bank erweisen sollte, können wir zumindest noch auf die Steuern zählen, die man immer wird zahlen müssen, und darauf, lästige E-Mails zu bekommen.

TK TK gifs

 
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