Huffpost Germany

Behörde warnt: Daten von 16 Millionen E-Mail-Konten gestohlen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
INTERNET VERBRECHEN
Betrüger kaperten Millionen E-Mail-Konten | Shutterstock

Mehrere Millionen Zugangsdaten für Online-Dienste sind nach Angaben des Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gekapert worden. Forschungseinrichtungen und Strafverfolgungsbehörden seien auf 16 Millionen kompromittierte Benutzerkonten gestoßen, teilte das BSI am Dienstag mit. Die Datensätze enthielten meist eine E-Mail-Adresse und ein Passwort. Die Forscher und Strafverfolger hätten die Daten an das BSI übergeben.

Die Behörde hat eine Webseite eingerichtet, auf der Nutzer überprüfen können, ob sie betroffen sind. Kurz zuvor hatte auch Regierungssprecher Steffen Seibert über sein Twitter-Profil auf die Webseite hingewiesen.

Internetnutzer können dort ihre E-Mail-Adresse eingeben, die dann mit den Daten abgeglichen wird. Bei einem Treffer bekommen die Nutzer eine Nachricht an die angegebene Mailadresse. "Wenn das passiert, ist Ihr Rechner wahrscheinlich mit einer Schadsoftware infiziert", sagte Tim Griese vom BSI der dpa.

Die Nachricht des BSI enthalte Tipps, was in diesem Fall zu tun sei. Mehr als die Hälfte der Mailadressen endeten auf .de und gehörten daher wahrscheinlich Internetnutzern aus Deutschland, sagte Griese. Die Webseite konnte dem Ansturm der Benutzer nach ersten Medienberichten am Dienstag allerdings nicht standhalten und war zeitweise nicht erreichbar.

Betroffene sollen Zugangsdaten für ihre Online-Profile ändern

Die Zugangsdaten seien bei der Analyse von Botnetzen aufgetaucht. Das sind Netzwerke gekaperter Computer, die oft ohne das Wissen der Nutzer mit Schadsoftware infiziert wurden. Kriminelle benutzen die Zombie-Rechner beispielsweise, um massenhaft ungewollte E-Mails zu versenden. Weil noch ermittelt werde, wollte das BSI keine weiteren Angaben zur Quelle der Daten machen.

Die Datensätze könnten auf gekaperte E-Mail-Konten hindeuten. Doch die Kombination aus Mail-Adresse und Passwort wird häufig auch zum Anmelden bei anderen Dienste benutzt, etwa für Online-Netzwerke oder Shopping-Seiten. Betroffene sollten ihren Computer digital säubern und Zugangsdaten für ihre Online-Profile ändern, empfiehlt das BSI.

So berichten andere

BSI warnt: Millionen E-Mail-Konten gehackt

Teurer Identitätsdiebstahl: Das fremde Ich im Netz

Internet-Kriminalität: Millionen von gestohlenen Online-Nutzerdaten aufgetaucht

Kampf gegen Internetkriminalität - Jäger im Netz

Internetkriminalität in Stuttgart: Vorsicht, Falle: Betrüger spähen Daten aus

Kölner Polizei fasst Christmashandy-Betrüger

D-Internet-Kriminalität-Verbraucher-Datenschutz-Computerkriminalität: Betrüger ...

Internet-Kriminalität verdoppelt

Internet-Betrüger: Global entgrenzte Kriminalität

Vermeintliche Volksbank-Mail ist eine Fälschung!

Gefährliche Spam-Mail gibt sich als Nachricht der Volksbank aus