Homosexualität wird in Nigeria zur Straftat und mit bis zu 14 Jahren Haft geahndet

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JONATHAN
Nigerias Präsident Goodluck Jonathan | Getty
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Gleichgeschlechtliche Beziehungen sind in Nigeria schon sehr lange verboten. Schwule und Lesben dürfen ihre Sexualität nicht offen zeigen. Ein neues Gesetz, das Präsident Goodluck Jonathan jetzt unterzeichnet hat, macht die gleichgeschlechtliche Liebe aber zu einer Straftat, die mit bis zu 14 Jahren Gefängnis bestraft wird. Das berichten verschiedene Medien, unter anderem die Tagesschau.

Nigerias Bevölkerung sei zu 90 Prozent gegen Homo-Ehen, sagte ein Sprecher von Jonathan. Das Gesetz entspreche den kulturellen und religiösen Wertvorstellungen des Landes.

Von nun an kann jeder, der seine homosexuelle Neigung öffentlich zeigt, mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden. Wer Organisationen für Schwule und Lesben unterstützt, muss mit demselben Strafmaß rechnen. Und diejenigen, die eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft oder Ehe schließen, müssen sogar eine Strafe von 14 Jahren Gefängnis befürchten.

Gesetz stößt auf massive internationale Kritik

US-Außenminister Kerry verurteilte das Vorgehen von Präsident Jonathan. Er beschränke damit „auf gefährliche Weise“ die Versammlungs- und Meinungsfreiheit der Nigerianer und höhle Verfassungsklauseln zum Schutz der Menschenrechte aus, so Kerry. Auch Amnesty International und andere Menschenrechtsorganisationen protestierten gegen den Vorstoß.

Seit 2006 hat es schon zwei Anläufe für ein entsprechendes Gesetz gegeben. Beide scheiterten jedoch am Parlament. Eine Gesetzesentwurf von 2007 sollte Homosexuellen jeglichen Kontakt zueinander verbieten. Ein gemeinsamer Kino-Besuch oder Ähnliches wäre dann zur Straftat geworden.

Unklar ist, warum ein solches Gesetz gerade zum jetzigen Zeitpunkt in Kraft trifft. Die homosexuelle Liebe war schon vorher per Gesetz verboten. Es wird allerdings gemutmaßt, dass Präsident Jonathan sich für den Vorstoß entschied um 2015, wenn er sich zur Wiederwahl stellen sollte, einen erfolgreichen Wahlkampf zu führen. Gewalt gegen Homosexuelle ist in Nigeria weit verbreitet und "eine Homosexuelle diskriminierende Gesetzgebung ist dementsprechend äußerst populär", schreibt die Tagesschau.

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