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11 gute Gründe, Ihren Facebook-Account zu löschen

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„Facebook ist so nervig.“ Wie oft haben Sie diesen Satz im letzten Jahr gehört? Wahrscheinlich sehr oft, denn immer mehr Menschen, vor allem junge Leute, scheinen genug zu haben von der Social-Media-Plattform.
Die Begeisterung für Facebook hat 2014 deutlich nachgelassen. Das Unternehmen gab im Oktober sogar zu, dass jüngere Teenager das Netzwerk nur selten täglich nutzen. Hier finden Sie 11 Gründe, warum Sie Ihr Facebook-Konto 2015 abmelden sollten.

1. Niemand will mehr einfach nur lesen, was Sie gerade tun.

Überlegen Sie mal: Was ist interessanter (und glaubwürdiger)? Ein Status-Update, in dem steht: „Ich hänge gerade mit Will Smith ab!“, oder ein Foto von der Person mit Will Smith? Ein Foto ist definitiv spannender. Das war das beliebteste Bild auf Instagram 2013: Justin Biebers Foto mit Will Smith.

In einem TIME-Interview im März wurden Teenager zu ihrer Social-Media-Nutzung befragt. Der 16jährige Hamp Briley erklärte dabei, dass die Jugend von heute gar keine Zeit mehr für Facebook hat. „Status-Updates gibt es auf Twitter, Fotos auf Instagram. Die meisten Leute kommunizieren lieber gezielt, anstatt nur auf Facebook zu sein.“

2. Mit Facebook bleibt nichts privat.

Es gibt gute Gründe dafür, dass man bei der Facebook-Suche nicht mit seinem echten Namen gefunden werden will (z. B. stalkende Ex-Freunde oder potenzielle Arbeitgeber). Die meisten Benutzer haben aber ihre Schwierigkeiten mit den Änderungen der Privatsphäre-Einstellungen, die Facebook 2013 eingeführt hat.

Zum einen gibt es keine Möglichkeit mehr, den eigenen Namen bei der Suche zu verstecken, sodass man nun von jedem gefunden werden kann. Zum anderen müssen die Privatsphäre-Einstellungen neuerdings mühsam für jedes Element einzeln eingestellt werden. Wenn man heute sicherstellen will, dass bestimmte Leute keinen Zugriff auf das eigene Profil haben, muss man sie sperren. Oder den eigenen Namen so ändern, dass man nicht gefunden wird, wenn jemand nach dem echten Namen sucht. Oder natürlich sich einfach ganz bei Facebook abmelden.

3. Ihre Eltern (und sogar Großeltern) wissen nun ganz genau, was Sie tun.

Im letzten Jahr haben sich offenbar plötzlich alle Mütter, Väter, Großmütter und Tanten für Facebook begeistert. Und diese Facebook-Neulingen standen immer sofort mit ihren Kommentaren bereit, sobald Sie irgendetwas auch noch so unverfängliches gepostet haben. Wir müssen uns von unseren Eltern im „echten Leben“ schon genug anhören. Das brauchen wir jetzt nicht auch noch auf einer Social-Media-Seite, wo sämtliche Freunde sich über unsere Familienstreitigkeiten amüsieren können.

4. Oder sie posten Fotos von Ihnen, die nie jemand sehen sollte.

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Was ist schlimmer als keine „Likes“ zu einem Instagram-Foto zu bekommen? Festzustellen, dass das unfassbar peinliche Kindheitsfoto, das Ihre Mutter gerade auf Facebook gepostet hat, über 50 Leuten gefällt. Von den lustigen Sprüchen in den Kommentaren mal ganz abgesehen.

5. Facebook weiß sogar, was Sie nicht sagen.

Sie sind wahrscheinlich froh, dass Sie den Status über Ihren längeren Aufenthalt im Badezimmer neulich doch nicht gepostet haben. Facebook hat aber vielleicht trotzdem gespeichert, was Sie wann getippt haben. Facebook hat kürzlich eine Studie veröffentlicht, in der das Unternehmen bekanntgab, eine neue Form der Datenerfassung zu testen.

Dabei wird überprüft, wann Menschen Inhalte verfassen und dann doch nicht veröffentlichen. So soll herausgefunden werden, warum User sich bei ihren Status-Updates selbst zensieren. Facebook-Datenforscher Sauvik Das definierte ein „selbst zensiertes Update“ als „Eintrag in ein Status- oder Kommentarfeld mit mindestens fünf Zeichen, der zwar verfasst, aber nicht innerhalb von zehn Minuten veröffentlicht wurde.“

6. Mit Facebook fühlt man sich schlechter.

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Sinn und Zweck von Facebook ist es zwar, Einzelheiten zu allem, was man tut, preiszugeben. Das kann jedoch unser seelisches Gleichgewicht beeinträchtigen. Eine Studie der Fakultät für Verhaltensforschung an der Utah Valley University zeigte kürzlich, dass Menschen, die Facebook sehr häufig nutzen, nicht besonders glücklich sind.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Facebook-Nutzung eine negativere Sicht auf das eigene Leben zur Folge hat. Von 400 befragten Studenten „stimmten jene, die Facebook schon länger nutzen, der Aussage zu, dass andere Leute glücklicher sind als sie selbst und waren nicht so oft der Meinung, dass das Leben fair ist. Je mehr Zeit die Leute auf Facebook verbrachten, desto häufiger waren sie der Meinung, dass andere Menschen glücklicher sind und ein besseres Leben führen.“

7. Die Freundschaftsvorschläge empfehlen Ihnen, sich mit Leuten anzufreunden, die Sie gar nicht kennen.

Der Algorithmus für die Freundschaftsvorschläge auf Facebook müsst wohl mal überarbeitet werden, denn wir stellen zur Zeit häufig fest, dass wir die vorgeschlagenen Personen nur über andere Freunde oder sogar gar nicht kennen. So schafft es das Unternehmen, dass Menschen aufhören, eine Plattform zu nutzen, die ursprünglich eine Verbindung zu den wichtigsten Menschen im Leben herstellen wollte. Facebook möchte anscheinend, dass wir uns für das Leben völlig Fremder interessieren.

8. Sie stellen fest, dass Ihnen von Ihren 1000 Freunden nur 20 wirklich wichtig sind.

Es ist seltsam, wenn man im Kalender die Geburtstagskinder des heutigen Tages sieht und sich an keine dieser fünf Personen erinnert. Woher kennen Sie diese Menschen eigentlich? Haben Sie diese Person vielleicht mal auf einer Uniparty kennengelernt und im alkoholbefeuerten Überschwang beschlossen, sie „auf Facebook hinzuzufügen“? Wahrscheinlich. Müssen Sie unbedingt wissen, dass diese Person nächste Woche nach Kalifornien zieht?

Und vor allem: Interessiert es Sie? Nein. Vielleicht wäre es mal an der Zeit, Ihre Freundesliste zu überarbeiten. Oder vielleicht fällt Ihnen auch einfach auf, dass Sie Ihr Facebook-Konto vor allem dazu nutzen, um mit Zufallsbekanntschaften in Kontakt zu bleiben.

9. Ihre Freunde schreiben ständig über ihre Verlobungen.

Nichts ist nerviger, als als vielbeschäftige Mittzwanzigerin ständig zu sehen, wie alle Freunde plötzlich über ihre Verlobungen schreiben. Auch wenn Sie ihnen natürlich alles Gute für die Zukunft und eine glückliche Ehe wünschen – wer ständig mit solchen Status-Updates bombardiert wird, fragt sich letztlich doch, ob mit dem eigenen Liebesleben etwas schiefläuft. Warum heiraten Sie nicht? Was läuft falsch bei Ihnen? Warum zur Hölle sollten Sie jetzt überhaupt über die Ehe nachdenken?

Wenn die Angst nachlässt, merken Sie, dass Sie in nächster Zeit noch viele Posts über die Hochzeitsvorbereitungen ertragen werden müssen. Sie könnten die Updates dieser Freundin natürlich ausblenden, aber sie wird nicht die einzige bleiben.

10. Die ständige Werbung verdirbt einem den Spaß.

Wenn Sie von den ständigen gesponserten Werbeanzeigen noch nicht genervt genug sind (was glauben Sie denn, warum Sie verrückt nach Pferden und Gitarren sind?), dann werden die demnächst geplanten Videoanzeigen das sicherlich schaffen. Facebook testet dem Einsatz dieser nervigen Reklame bereits seit Dezember. Bald werden Sie die Spots auch in Ihrem Newsfeed bemerken, wenn beim Scrollen automatisch ein Video gestartet wird. Immerhin wird der Ton nur abgespielt, wenn man die Anzeige anklickt. Und die gute Nachricht? Man kann verhindern, dass diese Videos automatisch abgespielt werden. Dazu braucht es nur einen Flash-Blocker.

11. Facebook macht eine Trennung noch schwerer.

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Früher, als es noch keine sozialen Netzwerke gab, hat man sich einfach getrennt und nie mehr miteinander gesprochen. Man konnte die Sache abhaken und neu anfangen (sofern man nicht aus irgendeinem Grund gezwungen war, den oder die Ex jeden Tag zu sehen). Heute aber hat man die Chronik des Ex-Partners ständig im Blick, und das kann zu Kontrollwahn und Besessenheit führen. Samuel Axon von Mashable hat auf den Punkt gebracht, warum eine Trennung dank Facebook schwieriger wird: Das Netzwerk macht den neuen Beziehungsstatus öffentlich und gibt uns die Möglichkeit, stets genau zu sehen, was der oder die Ex tut.

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