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Mehr Wachstum, neue Jobs, bessere Chancen: Die Deutschen gehen optimistisch ins Jahr 2014

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So optimistisch sind die Deutschen lange nicht ins neue Jahr gegangen | Thinkstock

Optimismus gehört ja nicht gerade zu den Stärken der Deutschen. Doch zum Jahreswechsel blicken sie so zuversichtlich ins neue Jahr, wie seit Mitte der 1990er Jahre nicht mehr. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens Allensbach.

Demnach schauen 57 Prozent der Deutschen dem neuen Jahr mit Hoffnungen entgegen. Nur zwölf Prozent äußern Befürchtungen und 20 Prozent der Befragten gehen skeptisch ins neue Jahr.

Grund für die gute Laune sei laut Allensbach vor allem die robuste Konjunktur: Die Mehrheit der berufstätigen Deutschen sei der Überzeugung, einen sicheren Arbeitsplatz zu haben. Zugleich, so glauben die Befragten, haben die Bedrohungen durch die Eurokrise abgenommen. Auch, wenn Experten glauben, dass die Krise noch lange nicht ausgestanden sei, lassen sich die meisten davon nicht beunruhigen.

Jüngere Menschen sind besonders optimistisch

Interessant an der Allensbach-Umfrage ist auch, dass jüngere Menschen besonders optimistisch sind: 72 Prozent der 16- bis 29-Jährigen schauen mit Hoffnungen ins neue Jahr, von den 30- bis 44-Jährigen gilt das nur für 63 Prozent, und je älter die Menschen werden, desto mehr nimmt ihre Zuversicht ab.

Unter Experten gilt die Zuversicht der Menschen als guter Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung des neuen Jahres.

Und einiges spricht dafür, dass es tatsächlich so kommen könnte. Darauf lassen jedenfalls die Erwartungen der Wirtschaft schließen.

Unternehmen wollen neue Jobs schaffen

Während zum Jahreswechsel die Börsen immer neue Höchststände erreichen rechnen auch die Unternehmen mit guten Geschäften: Laut einer am Freitag in Berlin veröffentlichten Umfrage des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) schätzen mehr als 90 Prozent der Klein- und Mittelbetriebe ihre momentane Geschäftslage als befriedigend oder besser ein.

Und weil sie durch ihre schiere Masse das Rückgrat der deutschen Wirtschaft sind, hat ihre Stimme Gewicht: Fast 38 Prozent erwarten im ersten Halbjahr 2014 höhere Umsätze. Jedes dritte Unternehmen will zudem die Investitionen hochfahren oder zusätzliche Mitarbeiter einstellen, berichtete der Mittelstandspräsident Mario Ohoven.

Neue Jobs entstehen dabei besonders in exportorientierten Unternehmen: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erwartet für 2014 einen Exportumsatz von 1,45 Billionen Euro - rund vier Prozent mehr 2013. "Das sichert Jobs in Deutschland. Denn jeder Dritte arbeitet mittlerweile für den Export", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben der "Bild-Zeitung".

Auto- und Chemiebranche wollen kräftig wachsen

Schon zuvor hatten wichtige Industriebranchen von Auto über Chemie bis zum Maschinenbau angesichts der wiederanziehenden Weltkonjunktur und bester Konsumlaune in Deutschland über positive Aussichten berichtet.

So wollen die deutschen Autohersteller ihre weltweite Produktion um 3,5 Prozent auf 14,7 Millionen Autos steigern. Die Maschinenbauer sehen nach einem mittelmäßigen Jahr das Rezessionsende in Europa gekommen, und auch die Elektroindustrie rechnet mit zwei Prozent Wachstum.

Doch Experten warnen vor Risiken

Aber nicht alle Experten wollen in den Chor der positiven Ausblicke einstimmen. So sieht etwa der Ökonom Dennis Snower große Risiken für die Konjunktur.

Der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft warnt, dass die weltweit eingeschlagene Niedrigzinspolitik dazu führe, dass Kapitalströme fehlgeleitet werden und Risiken steigen. Zudem bestehe die Möglichkeit einer weiteren Finanzkrise, weil die Anreize bei den systemrelevanten Finanzinstitutionen nicht geändert worden seien. Diese könnten weiter in guten Zeiten Gewinne einstreichen und sich in schlechten darauf verlassen, dass der Steuerzahler sie rettet.

Deutliche Worte. Aber in Teilen hat Snower sicher Recht. Während langfristig durch diese Entwicklung die wirtschaftlichen Risiken zunehmen, ist kurzfristig tatsächlich aller Optimismus berechtigt. Es wird also ein spannendes Jahr 2014.

(Mit Material von dpa)

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