Die 10 wichtigsten Denkerinnen der Welt

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Um die globalen Probleme anzugehen, brauchen wir Menschen, die vorangehen. Menschen, die das Rüstzeug dazu haben, die großen Fragen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu lösen. Und zum Glück gibt es die: Erst kürzlich hat die Huffington Post eine Liste der 100 einflussreichsten Denker der Welt veröffentlicht.

Das Ranking ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit des Schweizer Gottlieb Duttweiler Institute (GDI) und dem Wissenschaftler Peter Gloor vom Center for Collective Intelligence des Massachusetts Institute of Technology. Das GDI hat die Ergebnisse seiner Untersuchungen exklusiv bei der Huffington Post Deutschland veröffentlicht.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Liste war: Nicht einmal ein Fünftel der einflussreichsten Denker sind Frauen. Nur 16 schafften es überhaupt unter die wichtigsten 100 Persönlichkeiten - ein Wert, der viel über Chancen und Karrieren im internationalen Wissenschaftsbetrieb aussagt. Lediglich die indische Schriftstellerin und Aktivistin Suzanna Arundhati Roy schaffte es in die Top Ten.

Wer ist Denker - und wer ist Macher?

Es lohnt sich daher umso mehr, diese Protagonistinnen gesondert anzuschauen. Denn unter ihnen sind einige höchst spannende Soziologinnen, Philosophinnen und Politikwissenschaftlerinnen denen es immer wieder gelingt, wichtige Debatten voranzutreiben. Wie die kubanische Ökonomin Carmen M. Reinhart zum Beispiel, die an der Harvard University lehrt und 2010 für Aufsehen sorgte, als sie belegte, dass Staatsschulden von über 90 Prozent des Bruttoinlandsprodukts schädlich für das Wirtschaftswachstum sind.

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Die wichtigsten intellektuellen Frauen der Welt 2013
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Die Auswahl der wichtigsten Vordenker und Vordenkerinnen war ein langer Prozess. Grundlage der Bewertungen waren unter anderem Ranglisten der einflussreichen Personen aus den Zeitschriften „Foreign Policy“ und „Prospect Magazine". Die Auswahl der Kandidaten war laut dem GDI der schwierigste Schritt. Denn die Wissenschaftler mussten die "Denker" von "Machern" trennen.

Thought­-Leader sind im Verständnis der Organisatoren diejenigen, die vor allem durch ihre Worte Einfluss ausüben, nicht durch Taten. Aktive Politiker und Top­-Manager zum Beispiel wurden deshalb bis auf wenige Ausnahmen nicht aufgenommen.

Aber wieso schaffen es nur so wenig Frauen in die Liste? Fakt ist: Die weltweite Wissenschaftscommunity ist bei Weitem nicht so durchlässig, wie sie sich immer gibt. Doch das gilt nicht nur für Universitäten, sondern auch für Unternehmen und Organisationen. Gewiss, die Chancen für den weiblichen Nachwuchs verbessern sich. Doch es dauert eben auch ein paar Jahre, bis sie ganz oben angelangt sind.

Das Ranking zeigt, wie wichtig das Umdenken ist, dass gerade in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft stattfindet. In Zeiten alternder Gesellschaften wie wir sie weltweit beobachten ist das weit mehr als Idealismus. Es wird zu einer Wirtschaftlichen und intellektuellen Überlebensfrage.

Völlig zu Recht hat der ehemalige Siemens-Chef Peter Löscher einmal gesagt, sein Unternehmensvorstand sei ihm „zu deutsch, zu weiß und zu männlich“. Auch in Deutschland preschen starke Frauen vereinzelt nach vorne, auch in der Besetzung politischer Ämter ist derzeit eine erfreuliche Tendenz hin zu mehr Ausgewogenheit zu beobachten.

Nun kommt die Sache selbst in technischen Berufen in Bewegung: Seit Jahren warben Politik und Industrie für einen höheren Frauenanteil. Mit Erfolg. Laut einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) ist die Zahl der angestellten Naturwissenschaftlerinnen seit 2007 um 44 Prozent gestiegen, und auch die Zahl der weiblichen Ingenieure ist derzeit erfreulich hoch. Führungspositionen erreichen die Damen bislang allerdings noch eher selten.

Klassische Rollenmuster und starre Unternehmensstrukturen sorgen dafür, dass zwei Drittel aller berufstätigen Akademikerinnen Probleme damit haben, Familie und Job zu vereinen.

Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert

Nach Analysen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) lag der Frauenanteil in Führungspositionen in der Privatwirtschaft 2010 bei 30 Prozent. Frauen bleiben damit trotz gleicher oder besserer Qualifizierung als Männer nach wie vor in Führungspositionen unterrepräsentiert.

Das Problem betrifft nicht nur Deutschland. Dass Männer es im Job generell eher nach ganz oben schaffen, belegt eine Studie des World Economic Forum (WEF) zum sogenannten "Gender Gap" ("Geschlechterkluft"). Ernüchterndes Fazit des Berichts: "Kein einziges Land auf der Welt hat die Gleichstellung erreicht."

Zwar gebe es minimale Verbesserungen bei der wirtschaftlichen Gleichstellung und der politischen Teilhabe von Frauen. Es seien jedoch mehr denn je "rapide Fortschrittsmaßnahmen" nötig, um den Kluft zwischen Männern und Frauen zu schließen..

Unsere Liste der 10 wichtigsten intellektuellen Frauen ist kein moralischer Fingerzeig und auch kein politisches Statement. Trotzdem denken wir: Es gibt immer noch zu wenig Frauen, die die Chance erhalten, Dinge zu verändern - weil sie es mindestens genauso gut oder schlecht können wie Männer.

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Die 100 wichtigsten Vordenker der Welt 2013
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Filed by Christoph Asche