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So schadet Alkohol unserer Haut

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ALKOHOL
Alkoholexzesse können aus schöner Haut nicht so schöne Haut machen | thinkstock.com

Einen leckeren Cocktail trinken wir alle ganz gern mal. Aber wie sehr schadet Alkohol eigentlich unserer Haut – und welche Drinks sind am schädlichsten?

Wir haben uns unserer Angst gestellt und sprachen mit Dr. David Colbert, Gründer der New York Dermatology Group, Dr. Debra Jaliman, Autorin von "Skin Rules: Trade Secrets From a Top New York Dermatologist" und Dr. Jessica Krant, Assistenzprofessorin für Dermatologie am SUNY Downstate Medical Center.

Dr. Colbert macht unsere Hoffnung gleich zunichte: „Alkohol hebt zwar die Stimmung, ist aber eigentlich ein Lebergift“, erklärt er. „Er greift die Zellen an, die für die Entgiftung des Körpers zuständig sind.“ Wie wirkt sich das auf unsere Haut aus? „Betrachten wir einmal, wie Menschen mit einem schweren Leberschaden aussehen“, so Colbert. „Ihre Haut ist blass und fahl mit riesigen Poren, und den Leuten ist ständig kalt.“

Alkohol enthält laut Dr. Colbert auch Kongenere, also chemische Stoffe, die durch die Fermentierung entstehen und den individuellen Geschmack und Geruch eines Getränks prägen. Kongenere sind die Hauptursache für den Kater am Morgen danach. Je mehr davon sich im Alkohol befinden, desto schlimmer der Kater – und desto schlimmer sieht man am nächsten Tag aus.

Dazu kommt, so Dr. Jaliman, dass jede Form von Alkohol der Haut Wasser entzieht. Das bedeutet, dass die Haut am nächsten Morgen schlaffer und fahler wirkt. Kongenere, Leberschaden und Flüssigkeitsentzug – klar, dass Alkohol unserer Haut schadet. Was aber, wenn wir uns aber trotzdem mal ein Gläschen genehmigen wollen? Von welchen Drinks sollten wir die Finger lassen, und welche schaden am wenigsten?

Klare Schnäpse (Wodka, Gin, Tequila)

Wie sich alkoholische Getränke auf die Haut auswirken, hängt vor allem davon ab, was sich außer Alkohol noch im Glas befindet. Das macht Schnäpse zur besten Option, da sie keinen Zucker, Salz oder andere Schadstoffe enthalten. „Mit einem langsam getrunkenen Gläschen Wodka oder Tequila sehen Sie am nächsten Tag wahrscheinlich immer noch gut aus", meint Dr. Colbert. „Am besten wäre aber wohl Gin oder Rum“, ergänzt Dr. Jaliman. Dabei ist jedoch zu bedenken, dass es meist nicht bei einer Runde Schnaps bleibt und man schnell den Überblick verliert und somit mehr trinkt als geplant. Und mehr Alkohol ist niemals gut für die Haut.

shots

Dunkle Schnäpse (Rum, Whiskey, Tequila)

Ähnlich wie klare Schnäpse haben Rum oder Whiskey pur den Vorteil, dass keine Zusatzstoffe enthalten sind. Der große Unterschied zwischen klaren und dunklen Schnäpsen ist laut Dr. Krant aber die Menge an Kongoneren: „Dunkle Schnäpse enthalten Kongenere und andere Fermentationsstoffe, die in klarem Alkohol nicht zu finden sind.“ Mehr Kongonere bedeutet mehr Kater, und Dr. Krant vermutet außerdem, dass diese Verunreinigungen die Hautalterung beschleunigen können (auch wenn diese These noch nicht wissenschaftlich bewiesen wurde).

whiskey

Mojitos und andere süße Cocktails

Die Gefahr bei Mojito & Co. ist der Zucker. „Zucker führt ebenso wie alle anderen Kohlehydrate bei übermäßigem Konsum zu einem dauerhaften Entzündungszustand im Körper, wodurch langfristig die Zellen geschädigt werden und die Haut schneller altert“, erklärt Dr. Krant. „Je weniger Zucker Sie gleichzeitig mit Alkohol konsumieren, desto länger bleiben Sie faltenfrei.“

Doch Mojitos und natürlich auch sämtliche Mischgetränke mit Cola, Orangensaft, Red Bull und anderen süßen Brausen enthalten jede Menge Zucker. Zucker führt außerdem zu Akne, da er die Insulinwerte hochjagt, was zu Entzündungen im Körper führt. Zuckrige Getränke können nach Dr. Colber auch zu einem „Zuckerkater“ führen, der sich am nächsten Morgen durch fahle Haut und rote Augen äußert.

rum cocktail

Margaritas

Margaritas, vor allem Frozen Margaritas aus Fertigmischungen, enthalten ebenfalls Zucker. Diese Tequila-Cocktails sind durch das enthaltene Salz aber doppelt schädlich. „Salz schwemmt immer auf, egal in welcher Form man es zu sich nimmt“, erklärt Dr. Krant. „Der Effekt hält zwar nicht lang an, doch wer will sich schon zusätzlich zum Kater auch noch aufgeschwemmt fühlen`?“

margaritas

Bier

Bier enthält ebenfalls Salz, auch wenn der Natriumgehalt hier nicht gefährlich hoch ist. „Wenn wir viel Salz zu uns nehmen“, erklärt Dr. Colbert, „reagiert der Körper mit geschwollenen Augen und trockener Haut, damit wir mehr Wasser trinken und das Salz so wieder ausschwemmen.“ Andererseits hat Bier durchaus auch ein paar positive Seiten. „Es enthält Antioxidantien und andere Anti-Age-Wirkstoffe“, so Dr. Krant. Dr. Colbert weist außerdem darauf hin, dass Bier deutlich weniger Alkohol enthält als pure Schnäpse.

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Weißwein

Weißwein enthält ähnlich wie Cocktails und Bier Zucker und auch etwas Salz. Er lässt uns verquollen wirken und macht uns hungrig, so Dr. Colbert. Mit den gesundheitlichen Vorteilen von Rotwein kann er leider auch nicht mithalten.

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Rotwein

Rotwein kann tatsächlich gesund sein, wie wir alle schon einmal gelesen haben. „Rotwein enthält mehr Antioxidantien als Weißwein und kann so dem Alterungsprozess entgegenwirken“. erklärt Dr. Krant. „Für eine gesunde Haut und geringstmögliche Hautalterung ist ein Glas Rotwein die beste Entscheidung.“

Wer an Hautkrankheiten wie Rosazea leidet, sollte Rotwein aber unbedingt meiden. Dr. Jaliman berichtet: „Bei 76 Prozent der Patienten wird die Rosazea nach dem Genuss von Rotwein schlimmer.“ Bei Weißwein sind es 56 Prozent, bei Bier 41 Prozent, und bei den Scotch-Trinkern erleben gar nur 21 Prozent eine Verschlechterung.

„Bei manchen Menschen löst Rotwein auch eine erhöhte Histamin-Ausschüttung aus. Die Folge sind Hautrötungen und ein schlimmerer Kater am nächsten Morgen,“ führt Dr. Krant außerdem aus. „Auch 'gesunder' Alkohol lässt uns schneller altern, wenn er im Übermaß genossen wird.“

red wine


Übersetzt aus der Huffington Post USA von Bettina Koch. Hier geht’s zum Original.

 
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