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Maria, das wohl entführte Mädchen aus der Roma-Siedlung, wirkte verwahrlost

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MARIA
Das wohl vierjährige Mädchen wird Maria genannt | Polizei Griechenland

Der Blick ist scheu und ängstlich, das kleine Mädchen mit den blonden Zöpfen und grüngrauen Augen wirkt ungepflegt in seinem grauen Trainingsanzug. Es sind die ersten Fotos von Maria, einem vermutlich vierjährigen Mädchen, das von der griechischen Polizei bei einer Routinekontrolle in einer Roma-Siedlung entdeckt wurde. Die Behörden veröffentlichten sie nun in der Hoffnung, die leiblichen Eltern der Kleinen zu finden. Nach ihnen wird europaweit gesucht. Denn noch ist völlig unklar, woher das Kind kommt. Das Mädchen war den Polizisten aufgefallen, weil es keinerlei Ähnlichkeit mit dem Paar hatte, bei dem es lebte.

"Sie war sehr verwahrlost, sehr schmutzig und verängstigt", sagte der Präsident der Kinderhilfsorganisation "Das Lächeln des Kindes", Kostas Jannopoulos. Die Organisation hat sich der Kleinen angenommen, bis Klarheit über ihr weiteres Schicksal herrscht. "Sie wusste nicht, was mit ihr passiert, und weinte." Nun gehe es dem Mädchen gut, am Montag solle es nach Untersuchungen im Krankenhaus in ein Kinderheim kommen. Wie der Sprecher der örtlichen Polizeidirektion sagte, sprach das Mädchen praktisch kein Griechisch, nur die Sprache der Roma.

Marienbild als Schmuck in der Wohnung

Das Haus, in dem Maria am Donnerstag im mittelgriechischen Farsala gefunden wurde, ist Teil einer Roma-Siedlung mit festen Gebäuden. Wie die im griechischen Fernsehen ausgestrahlten Bilder zeigen, deutet vieles auf eher ärmliche Lebensverhältnisse hin: Das Wohnzimmer ist äußerst karg möbliert, eine große Marienikone der einzige Schmuck. Ein riesiger Fernseher mit Plasmabildschirm ist der einzige Luxus. Kinder wuseln durch das Zimmer, keines von ihnen ähnelt Maria. In einem Video ist auch die angebliche Mutter zu sehen, eine füllige, schwarzhaarige Frau. Fotos der verhafteten Zieheltern wird die Polizei jedoch erst am Montag veröffentlichen, wenn die beiden ihre Aussage gemacht haben.

"Vor Supermarkt gefunden", "von Kanadischen Touristen bekommen"

Die 40-Jährige und ihr 39-jähriger Lebensgefährte verstrickten sich in eine Vielzahl von Widersprüchen. "Es waren völlig unterschiedliche Geschichten, die sie nacheinander zum Besten gaben", erklärte der Sprecher der Polizeidirektion Larissa . "Unter anderem behaupteten sie, das Kind vor einem Supermarkt gefunden zu haben." Außerdem habe es geheißen, die Frau habe das Kind von einem kanadischen Touristen, deshalb sei es so blond.

Alter unklar

DNS-Proben ergaben jedoch, dass das Mädchen nicht bei seinen leiblichen Eltern lebte. Die Ermittlungen seien noch in seinem sehr frühen Stadium, man sei nicht einmal wegen des Alters der Kleinen völlig sicher, sagte der Polizeisprecher. Es werde in alle Richtungen ermittelt.

So sucht die Polizei auch in Kinderheimen, Geburtskliniken und Krankenhäusern nach Hinweisen auf einen organisierten Kinderhandel. Die internationale Polizeiorganisation Interpol wurde laut Medienberichten ebenfalls eingeschaltet. Bei der Organisation "Das Lächeln des Kindes" gingen eigenen Angaben zufolge Tausende Anrufe und E-Mails von Menschen ein, die ihre Kinder suchen. Auch die Eltern der seit 2007 vermissten Maddie verfolgten den Fall. "Dies gibt Kate and Gerry (McCann) große Hoffnung, dass Madeleine lebend gefunden werden kann", sagte ein Sprecher der Familie dem "Daily Mirror". Madeleine McCann verschwand während eines Urlaubs aus einer Ferienanlage in Portugal. Sie wäre heute zehn Jahre alt.

 
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