Das in Belgien abgestützte Kleinflugzeug ist vor 13 Jahren schon einmal verunglückt. "Der Pilatus PC-6 Turbo Porter ist derselbe, der am 12. März 2000 in Moorsele (90 Kilometer westlich von Brüssel) einen Unfall hatte", sagte Luc Blendeman von der belgischen Behörde für Flugunfalluntersuchungen am Sonntag.

Ob dies bei dem Absturz mit elf Toten eine Rolle gespielt habe, müsse erst geklärt werden. "Es könnte ein Fall unglücklichen Zufalls sein", zitierte die Nachrichtenagentur Belga den Flugunfallexperten. Ein rundum erneuertes Flugzeug sei technisch mit einer nie verunglückten Maschine zu vergleichen.

Die Tageszeitung "La Dernière Heure" hatte zuvor berichtet, das am Samstag abgestürzte Flugzeug sei 2000 schon einmal kurz nach dem Start verunglückt. Der Pilot und die zehn Passagiere seien verletzt worden. Die Maschine sei anschließend repariert und mit einer neuen Seriennummer versehen wieder genutzt worden.

Flug war Teil einer Geburtstagsfeier

Bei dem Flugzeugabsturz am Samstag waren die elf Passagiere und der Pilot der Maschine ums Leben gekommen. Das Kleinflugzeug war nahe Namur südöstlich von Brüssel auf ein Feld aufgeschlagen. Augenzeugen berichteten, ein Flügel oder ein Teil des Flügels sei abgerissen, dann sei die Maschine im Kreis trudelnd abgestürzt. Die Opfer, zehn Männer und eine Frau, seien zwischen 21 und 40 Jahre alt, sagte die belgische Innenministerin Joëlle Milquet. Der Flug sei Teil einer Geburtstagsfeier für ein Mitglied des Fallschirmspringer-Clubs gewesen.

Die Insassen hätten keine Chance gehabt, schrieb die belgische Nachrichtenagentur Belga. "Der Notruf ging bei uns um 15.40 Uhr ein", sagte der Feuerwehrmann Michel Doumont aus Namur. "Als wir ankamen, brannte das Flugzeug und war komplett auseinandergebrochen." Die Helfer suchten in der Nacht für die technische Untersuchung weiter nach Bruchstücken.

Familien warteten am Flughafen

Das Flugzeug war am nahe gelegenen Flughafen Temploux gestartet, Angehörige hatten dort auf die Fallschirmspringer gewartet. Viele der Opfer hätten kleine Kinder, sagte Innenministerin Milquet. Am Samstagabend besuchten der belgische Premierminister Elio Di Rupo und König Philippe den Unglücksort und sprachen mit Angehörigen. Die geschockten Familien wurden von Psychologen betreut.