Hitlisten gibt es ja viele. Auch wir von der Huffington Post veröffentlichen sie hin und wieder ganz gerne. Doch das folgende Ranking der Leser vom amerikanischen Reisemagazin "Condé Nast Traveler" verwundert sehr.

1,3 Millionen Stimmen sind für den sogenannten "Reader's Choice Award" eingegangen - sie kürten unter anderem die besten 25 Städte der Welt. Die beste Stadt: San Miguel de Allende in Mexiko. Nie gehört, nie da gewesen. Egal.

Dann folgen 24 weitere Städtenamen, unter anderem Budapest, Salzburg, Wien, Rom, Brügge, Vancouver, Kapstadt, Krakau, Prag, Paris, Venedig und Barcelona.

Dann folgt die Erkenntnis - und der Schock: Es ist keine deutsche Stadt vertreten. Keine einzige.

Gut, Berlin ist hip, aber nicht wunderschön, Frankfurt hat eine schöne Skyline, ist aber ansonsten eher so lala. Aber Leipzig hat doch wunderschöne Gassen. Und was, liebe Leser vom amerikanischen "Condé Nast Traveler", ist mit München? Dieser weltoffenen Stadt mit zig Biergärten, die keine Ansammlungen von biertrinkenden Menschen auf unbequemen Bierbänken sind, sondern Ausdruck eines Lebensgefühls, eines Miteinanders.

Was ist mit dem Englischen Garten in München? Den verorten die Leser vom "Condé Nast Traveler"-Magazin wahrscheinlich in London. Was ist mit Weimar, dieser wunderschönen, malerischen Stadt, mit St. Peter Ording, wo man die Seele bei kilometerlangen Spaziergängen am Strand baumeln lassen kann? Gut, St. Peter Ording, diese größte Sandkiste Deutschlands, ist eine Gemeinde, aber trotzdem!

hamburg

Was, liebe Leser vom "Condé Nast Traveler" ist mit Hamburg, eine Stadt, von der sogar die "New York Times" schwärmt ("pretty")? Und zwar zu Recht.

Wir empfehlen den Lesern vom "Condé Nast Traveler" zudem dringend eine Reise ins Schnoorviertel nach Bremen. Ein Traum! Wie wäre es außerdem mit einem kurzen Bamberg-Besuch? Oder Düsseldorf und Köln, die beiden Rhein-Metropolen - da lebt es sich auch ganz schön. Apropos schön: Münster, Dresden, Heidelberg, Nürnberg ...

bamberg

Ach, es bringt ja nichts mehr.

Eine solche Missachtung verärgert. Und ja: Sie tut auch weh. Wollen wir hoffen, dass bei der 27. Abstimmung im kommenden Jahr die amerikanischen Leser eines Besseren belehrt werden. Bis dahin haben die deutschen Tourismusverbände noch ein paar Hausaufgaben zu erledigen!