Dieter Wiefelspütz will Waffenrecht auf Prüfstand stellen lassen

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DIETER WIEFELSPTZ
Dieter Wiefelspütz | spdfraktion.de
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Dieter Wiefelspütz, langjähriger innenpolitischer Sprecher der SPD, fordert, das Waffengesetz in der neuen Legislaturperiode auf den Prüfstand zu stellen. „Wir müssen das Waffenrecht immer wieder kritisch evaluieren“, sagte Wiefelspütz der Huffington Post. Bei der Überprüfung dürfe es keine Tabus geben, sagte der 67-Jährige. Nur so könne das Recht mit den technischen Neuerungen Schritt halten.

Wiefelspütz fände es wichtig herauszufinden, ob die Kontrollen zur Aufbewahrung der Waffen funktionieren – oder ob Personal fehlt. Außerdem sollte man die Zahl der erlaubten Waffen pro Sportschütze kritisch hinterfragen und ebenso, ob Privatleute weiter Geschosse mit hoher Durchschlagskraft verwenden dürfen. Auch über täuschend echte Imitate – sogenannte Anscheinswaffen – hätte Wiefelspütz gerne neue Erkenntnisse zusammengetragen. Eine solche Fake-Waffe hatte ein junger Mann erst kürzlich bei einer Geiselnahme im bayerischen Ingolstadt verwendet.

"Wir sind an die Grenze gegangen"

Hoffnungen auf große Veränderungen macht sich Wiefelspütz allerdings nicht. „Wir sind bei der letzten Überarbeitung des Waffenrechts an die Grenze dessen gegangen, was in Deutschland möglich ist“, sagte er. Man müsse berücksichtigen, dass das Schützenwesen tief im Volk verankert sei und die meisten Sportschützen, Sammler und Jäger ihre Waffen korrekt verwendeten.

2009 hatte die Große Koalition unter dem Eindruck des Amoklaufs von Winnenden, bei dem ein 17-Jähriger 15 Menschen und dann sich selbst erschossen hatte, das Waffenrecht verschärft. Unter anderem müssen Waffenbesitzer seither Kontrolleure auch verdachtsunabhängig in die Wohnung lassen. In Deutschland besitzen ausweislich des bundesweiten Waffenregisters 1,4 Millionen Menschen 5,4 Millionen Waffen.

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Filed by Susanne Klaiber