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Ein Appell an die Medien und ihre Nutzer

07/03/2016 18:58 CET | Aktualisiert 08/03/2017 11:12 CET
Halfdark via Getty Images

Wir befinden uns auf dem Höhepunkt der menschlichen Entwicklung. Die von uns erschaffene und so oft gepriesene moderne Gesellschaftsstruktur bietet uns, ihren Mitgliedern, viele Vorteile. Einer dieser Vorteile sind die Medien und die Möglichkeit sich frei zu informieren.

Seit Anbeginn der menschlichen Existenz verspüren wir den Drang uns zu informieren. Dieser Drang leitet sich aus der genetisch verankerten menschlichen Eigenschaft, nämlich der Neugier, ab.

Diese Eigenschaft sollte keinesfalls missverstanden und als negativ angesehen werden, denn sie unterscheidet uns von der Mehrheit der anderen Lebewesen auf unserem Planet und ist einer der Grundsteine unserer Intelligenz und somit des Erfolgs der heutigen Gesellschaft.

Neugier ist einer der Grundsteine unseres Denkens

Und genau diese Neugier bildete und bildet den Nährboden für die mediale Entwicklung. Hier muss man allerdings hervorheben, dass die mediale Entwicklung wiederum immens viel zur Gesellschaftsentwicklung beiträgt und demzufolge von sehr großer Bedeutung für den heutigen Wohlstand auf Basis der Demokratie ist.

Das Recht auf Informations-, Meinungs- und Pressefreiheit ist im Grundgesetz fest verankert und somit unantastbar. So sollte es auch bleiben.

Doch darum geht es in diesem Artikel nicht.

Die dunkle Seite der Medien

Es geht um die Grauzone, um die Nachteile und die „dunkle" Seite der zuvor aufgeführten Tatsachen. Diese Nachteile sind zusammenfassend unter den Oberbegriffen „Wirtschaftliches und politisches Interesse" aufzuführen. Was das nun heißt?

Das heißt, dass die Medienunternehmen, große Zeitungen und Fernsehkanäle zumeist ganz „normale" Unternehmen sind, welche das Ziel der Profitoptimierung und -vergrößerung verfolgen und sich, wie auch andere Unternehmen, auf dem Finanzmarkt bewegen. Auf der anderen Seite sind viele Medien vom politischen Trend geprägt.

Dies hat zufolge, dass, wie wir alle wohl schon oft merken dürften, die Nachrichten auf spezielle Art und Weise strukturiert werden, sodass es sowohl um die Zuschauerzahlen, Verkaufszahlen und andere profitorientierte Kennzahlen als auch um einen „korrekten" Statement geht.

Dies kann man den Unternehmen nicht übel nehmen, denn sie haben auch Mitarbeiter und die Mitarbeiter haben ihre Familien, die sie ernähren müssen.

Wie sieht diese spezielle Nachrichtenstrukturierung aus?

So tobt der schreckliche Krieg nicht nur in Syrien, er tobt auf der ganzen Welt, z.B. in der Ukraine, also hier, in Europa. Haben Sie gewusst, dass obwohl es in der Ukraine offiziell einen Krieg gibt, ein Ukrainer keinen erfolgreichen Asylantrag in Deutschland stellen kann.

Haben Sie weiterhin gewusst, dass vor dem Attentat in Paris ein russisches Flugzeug explodiert ist und dies ebenfalls ein Terrorakt war, und dass genauso viele Menschen, wie in Paris, getötet wurden und darauf keine mediale Aufmerksamkeit fiel? Ist dies nachvollziehbar? Nicht für mich.

Medien können nur kleine Teile der Realität abbilden

Doch solche Themen erscheinen nur kurz in den Nachrichten, genauso wie Ebola, die es immer noch in Afrika gibt und so viele andere Themen, von denen es nun aber nicht mehr berichtet wird oder gar nicht berichtet wurde.

Eine Bitte an alle Leser und Leserinnen

Mein Appell richtet sich nicht an die Medien, denn diese können sich nur schwer und langsam verändern und tragen keine Schuld an ihrem Denken. Mein Appell richtet sich an Sie, die Leser.

Bedenken Sie bitte, dass wir in den Medien nur einen kleinen Puzzleteil des Weltgeschehens zur Sicht bekommen. Bedenken Sie, dass überall dort, wo es einen menschlichen Faktor gibt, auch die Subjektivität Zuhause ist.

Bilden Sie Ihre Meinung nicht allzu schnell, denken Sie kritisch und informieren Sie sich differenziert.

Denken Sie global, denn wir alle leben in der gleichen Welt und diese ist rund.

#stopglobalwar #denkeglobal

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